Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Bullisch mit Bremse

Seit Mitte Dezember befinden sich die Ölnotierungen in einem Aufwärtstrend. Für Verbraucher hört sich das schlimmer an als es ist. Der Anstieg ist nämlich homöopathisch gering. In einer Drei-Monats-Ansicht mutiert er zu einem Seitwärtstrend. Und selbst dieser Trend zeigt mehr Gewinnstreben als die physische Marktlage tatsächlich hergibt. Hier werden mehr überschüssige Finanzmittel als Perspektiven des Ölmarkts gehandelt. Akzeptable bullische Einflüsse kamen zuletzt von der Konjunkturentwicklung in China und der kriegerischen Auseinandersetzung in Nordafrika. Im Vergleich zu den bärischen Impulsen aus den alten Industrieländern sind die allerdings Peanuts. Allein die Daten aus den USA haben das Zeug, die Preise in den Keller zu schicken. Die Nachfrage befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 16 Jahren, die Rohölproduktion steigt, im Dezember gar um 15,6 Prozent, die Rohölimporte sinken, in 2012 um 4,2 Prozent, und die Rohölvorräte stehen auf einem 31-Jahres-Hoch. Mit solchen Zahlen kann die EU nicht aufwarten. Die Nachfrage sinkt aber auch hier signifikant. Global wächst die Ölnachfrage, weil die Weltindustrialisierung ihren zweiten Frühling erlebt. Das gilt aber auch für die Ölproduktion. Sie wächst stärker als die Nachfrage. Deshalb wären nachgebende Ölnotierungen ein besserer Marktspiegel. Die sollten sich in den nächsten Wochen oder Monaten durchsetzen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl::
China wächst immer noch rasant
Explosive Lage in Nordafrika
Ölmengen global schlecht verteilt
Sehr viel frisches Geld im System

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: USA brauchen immer weniger Öl
US-Winter bleibt warm
Geldvermehrung durch Notenbanken infrage gestellt
Produzenten bauen Kapazitäten aus
Liefermengen aus der Nordsee sollen kurzfristig steigen

Unsere Heizölpreise halten seitwärts. Derzeit geben die Öl- und Devisenbörsen nicht mehr her. Im Gegenteil, sie sorgen sogar für Auftrieb. Der wird durch einen relativ schwachen Binnenmarkt mit nachgebenden Handelsmargen im Zaum gehalten. Die Seitwärtsbewegung könnte noch ein paar Wochen durchhalten. Wenn nicht irgendwo in der Welt eine Bombe platzt, sollte es dann aber wieder zu rückläufigen Preisen kommen. Darauf zu spekulieren, ist sehr spekulativ. Wer Heizöl braucht, sollte mit der Bestellung nicht zögern. Allenfalls könnte es sich lohnen, etwas Platz im Tank zu lassen, um einen günstigeren Moment im Jahresverlauf zum Nachkauf zu nutzen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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