Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Bullische Bestandsdaten und der Iran

Es geht weiter aufwärts mit den Heizölpreisen. Wirtschaftsindikatoren, Lagerdaten und die weltweite Politik lassen die Ölpreise steigen. Alle Ölpreise? Nein, eine kleine Ölsorte, die es real praktisch kaum noch gibt, leistet Widerstand. Sie ist gleichzeitig die bekannteste Ölsorte und eigentlich Taktgeber des Ölmarktes. Es handelt sich um das in Texas geförderte Crude Oil. Sein Anstieg fiel gering aus, was dazu führte, dass der Preisunterschied zwischen den Sorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) auf eine Rekordspanne von 19 Dollar anstieg. Wohlgemerkt, die noch unbedeutendere Nordsee-Ölsorte Brent ist 19 Dollar teurer als das WTI. Die am gestrigen Mittwoch veröffentlichten US-Bestandsdaten fielen insgesamt bullisch aus, d.h. dass der Markt ihnen mehrheitlich preistreibenden Einfluss zuspricht. Dies reichte aber nicht aus, um Ölpreise stark steigen zu lassen. Hierfür musste die Politik einspringen. Mit der Meldung, dass zwei Fregatten der iranischen Marine den Suezkanal passieren und für ein Jahr in syrischen Häfen stationiert werden, schossen die Ölnotierungen weiter nach oben.

Die US-Bestandsdaten zeigen einen geringeren als den erwarteten Aufbau beim Rohöl und insbesondere einen stärkeren Abbau bei Heizöl und Diesel. Die entsprechenden Daten der berichtenden Institutionen DOE (Department of Energy) API (American Petroleum Institute) lauten wie folgt:

Rohöl: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 2,1 (DOE) bzw. 0,4 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank auf 81 Prozent. Wie besonders der oben angesprochene Umstand ist, dass nämlich das WTI nun 19 Dollar billiger ist als das Nordsee-Öl Brent zeigt folgende Preisentwicklung. Normalerweise schwingen die beiden Sorten im Gleichklang. Seit kurzer Zeit klafft die Entwicklung auseinander. Häufig wird das mit der Überversorgung der USA mit Rohöl erklärt. Aber die US-Lager sind schon seit geraumer Zeit gut gefüllt. Rohöl steht hierbei relativ niedrig. Heizöl und Diesel wird in der letzten Zeit viel stärker aufgebaut als Rohöl. Trotzdem steigen die Preise für US-Heizöl und –Diesel genauso an wie der Preis für die Nordsee-Sorte Brent. Es riecht nach Preis- bzw. Börsenmanipulation durch die Finanzindustrie. Es sieht schlicht so aus, als dass US-Kleinanleger auf steigende Ölpreise getrimmt wurden und ihnen nun das Fell über die Ohren gezogen wird.

Neben diesen Spielereien mit Geld und Öl geschehen auch noch tatsächliche Vorgänge, die eine Risikoprämie auf die Ölkontrakte rechtfertigen. Die politischen Unruhen im Nahen Osten kommen noch nicht zur Ruhe und da gießt der Iran Feuer ins Öl, indem er zwei Kriegsschiffe vor die Nase Israels stellt. Eine Tatsache, die seit 1979 seines Gleichen sucht. Dies muss im Zusammenhang gesehen werden, dass Israel die Möglichkeiten prüft, wieder in den Libanon einzumarschieren. Diese Gemengelage führt zu steigenden Ölnotierungen.

Heute Morgen steigen die Notierungen weiter. Die Trends bleiben in Gänze erhalten. Sie weisen aufwärts. Nur der US-Rohöltrend sinkt. Die Tonne Gasöl kostet 892,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 85,20 Dollar und in London zu 104,05 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,64 Eurocent.

Unsere Heizölpreise steigen. Der Impuls kam einmal mehr von den Ölbörsen. Es wird in den kommenden Monaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch viele dieser Impulse geben. Die Gegenstücke dazu werden hingegen seltener zu erwarten sein. Wenn sie kommen, sollte man sie zum Kauf nutzen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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