Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Bush fordert mehr Rohöl

Nach teilweise guten Bestandsdaten gaben die Preise gestern deutlich nach. Analysten beginnen das Lager zu wechseln und reihen sich bei den Bären ein. Der Euro setzt seine Schwäche trotz negativer Daten zur US-Wirtschaft fort.

Gespannt wartete man auf die Daten zur Lage der US-Vorräte. Aber die Nachricht des Tages kam von George Bush. Der gab sich nach seinem Treffen mit Prinz Abdullah offensiv und forderte die Förderländer auf, mehr Öl zu pumpen. Bush meint, dass die USA nicht ohne entsprechende Unterstützung gegen die fortlaufenden Ölpreise ankämen. Abdullah forderte die Industrieländer am Vortag auf, mehr Raffineriekapazität zu schaffen, weil dort das Problem der Versorgung liege und nicht beim Rohöl. Saudi Arabien hätte bereits ein Absatzproblem.

Die Veröffentlichung von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zeigen dem Ölmann Bush die Fakten. Der Stand in den US-Rohöltanks war in diesem Jahrhundert nie nennenswert besser und er steigt weiter.

Rohöl: +5,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,1 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Aufbau 3,8 (DOE) bzw. 0,7 (API) Mio. Barrel. Die Importe und die Raffinerieverfügbarkeit liegen auf Vorjahresniveau. Beides könnte besser sein.

Der Preisrutsch ist mit den Bestandsdaten nicht logisch zu erklären, denn die Entwicklung beim Heizöl gibt reichlich Anlass zur Sorge. Der Absturz ist vermutlich auf die markigen Worte des US-Präsidenten zurückzuführen. Da dieser Vorstoß aber der Sache nicht gerecht wird, besteht die Gefahr der Rückkehr einer bitteren Erkenntnis mit Preisanstiegsfolge.

Dem wiederum steht die aktuelle Stimmung am Markt und die Charttechnik entgegen. Beide lassen vermuten, dass der Preisrückgang noch ein wenig fortbesteht. In die gleiche Richtung tendierten die letzten Daten über das Engagement der großen Spekulanten.

Fazit: Kurzfristig gibt es Anlass zur Hoffnung auf tiefere Preise. Langfristig wird das Problem der knappen Raffineriekapazitäten insbesondere für Heizöl und Diesel für hohe Preise sorgen.

Der Gasölpreis fällt heute Morgen deutlich. Die Tonne kostet nur noch 468$.

Der Dollar hat nach Ansicht von Devisenexperten auf Grund einer Gemengelage von Problemen in den USA aber auch darüber hinaus einen Absturz vor sich. Das Haushaltsdefizit, das Außenhandelsdefizit und eine stotternde Wirtschaft sind hausgemachte Schwierigkeiten. Die Weigerung Chinas, den Wechselkurs freizugeben, verschärft die Lage.

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Der Weltmarkt macht Druck. Die Bewegung hat gute Chancen auf Fortsetzung. Langfristig sehen wird allerdings nach wie vor Probleme, die im Jahresverlauf neue Höchstpreise markieren können. Verbraucher sollten sich nun ernsthaft mit dem Kauf beschäftigen. Es dürfte sogar ein Jahresbedarf sein. Bleiben Sie informiert und suchen sich den richtigen Moment.

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