Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Bush muss handeln

Ölnotierungen gaben gestern auf breiter Front nach. Den Anstoß für die Bewegung gab die US-Regierung mit ihrer Bemühung, die OPEC zu einer Änderung ihrer Drosselungsabsichten zu bewegen. Das drückte die Preise in die untere Hälfte ihres Trendkanals. Ein etwaiger Bruch des Trends ist trotz der heftigen Ausschläge noch nicht in Sicht. Der Dollar schloss gestern fast unverändert. Er droht in eine Aufwärtsbewegung überzugehen.

Die OPEC wird sich am 31. März treffen, um die im Februar beschlossene Kürzung zum 1. April abzusegnen. So jedenfalls wollen es Saudi Arabien und Venezuela. Andere OPEC-Staaten wollen das nicht. Nach Ansicht Nigerias kann die Drosselung auch gar nicht umgesetzt werden, da mit Ausnahme Saudi Arabiens kein Land entsprechende Vorbereitungen getroffen hat.

Ungeachtet der möglichen Unmöglichkeit einer Lieferkürzung sucht die US-Regierung das Gespräch mit der OPEC, um einen offiziellen Aufschub der Kürzungen zu erwirken. Dieser Schritt ist für George W. Bush dringend geboten. Die Benzinpreise sind im Autoland USA auf ein Rekordhoch gestiegen. Und sie werden weiter steigen, wenn sich am Ölmarkt nicht Entscheidendes ändert. Hohe Benzinpreise sind äußerst schlechte Begleitmusik bei der Präsidentschaftswahl.

Als preisdrückend wirkte der überraschend hohe Bestandsaufbau für Rohöl, der am Vortag gemeldet wurde, nach. Die Entwicklung in den US-Tanks verläuft seit Mitte Januar positiv. Das lässt vermuten, dass der Rohölzufluss nun ausreichend Fahrt bekommen hat. Wenn die Raffinerien wieder voll funktionsfähig sind, könnten die Rohölvorräte zwar darunter leiden. Aber dann gäbe es Zuflüsse in die Benzinlager. Und das nähme den Bullen noch mehr Wind aus den Segeln.

Die vielen anderen fundamentalen Aspekte, die die Preise in letzter Zeit aufbrachten, wurden gestern kaum diskutiert. Sie können aber nicht als erledigt abgehakt werden. Wenn die Preise das untere Ende des Trendkanals erreichen, werden sie wahrscheinlich wieder hervorgeholt, um einen erneuten Preisanstieg zu rechtfertigen.

Der Dollarchart zeigt ein Bild, das Verbraucher hierzulande nicht gerade zuversichtlich stimmt. Es sieht so aus, als wolle die Währung gegenüber dem Euro einen Aufwärtstrend ausbilden. Damit wären mögliche positive Effekte aus der Ölpreisbewegung annulliert.

Gasöl ist heute Morgen günstiger als gestern Früh. Die Tonne kostet 289$.

Unsere Heizölpreise gaben gestern nach. Sie befinden sich im Vergleich der letzten 12 Monate dennoch auf einem hohen Niveau. Die Aussichten, dass die Preise in Kürze deutlich darunter fallen, sind allerdings gering. Daher scheint es für Verbraucher mit fast leeren Tanks geboten, den jüngsten Preisrückgang zum Nachkaufen einer kleinen bis mittleren Menge zu nutzen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen