Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Bush stärkt seine Macht und den Ölpreis

Die Daten über die US-Vorräte waren eine positive Überraschung. Aber sie vermochten den Ölpreis nur kurzzeitig zu drücken. Insgesamt setzten sich bullische Töne beim Öl und bärische Töne beim Dollar nach der Wahl des neuen alten US-Präsidenten durch. Rohöl verteuerte sich um 2%. Der Dollar fiel um 1%.

Relativ hat sich die Lage in den US-Lagern entspannt. Das zeigen die Zahlen, die DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) vorlegten.

Rohöl: +6,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,7 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Bestandsaufbau 5,9 bzw. 11,0 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Zahlen sind nach den letzten Wochen durchaus beeindruckend. Sie spiegeln u.a. eine deutliche Verbesserung der Förderung im Golf von Mexiko wider. Im Jahresvergleich hinken sie kaum noch hinter früheren Werten zurück. Lediglich der Heizölvorrat ist bedenklich niedrig. Er wird weiter für preistreibende Tendenzen sorgen.

Die Importe waren gegenüber der Vorwoche rückläufig. Die Raffinerieverfügbarkeit ist gestiegen. Sie ist aber weiterhin ungenügend. Der kleine Fortschritt ist der besseren Lage in den ehemaligen Sturmgebieten im Süden des Landes zuzuschreiben.

Sowohl charttechnisch als auch fundamental wäre ein Fortgang der Gegenbewegung naheliegend gewesen. Dass sich die Preisbewegung anders entwickelte, wird nicht zuletzt dem Hang George W. Bushs zur weiteren Erhöhung der strategischen Reserven zugeschrieben. Verbraucher konnten sich in den letzten Wochen nicht nur darüber wundern und ärgern, dass er nicht wie weiland Bill Clinton die Lager teilweise freigab, um den Preisen vom Hoch zu helfen. Nachdem die Wahl gelaufen ist, muss man sogar befürchten, dass er weiteres Öl vom Markt saugt, um die ?Kriegskavernen? zusätzlich aufzublasen.

Neben diesen Spekulationen machte abermals das Gerücht vom Zusammenbruch der russischen Yukos die Runde. Beide Themen sind wenig griffig. Sie zeichnen aber ein Bild über die kurzfristige Stimmung an den Märkten. Die läuft Gefahr gegen die sachlich fundierten Umstände ins Bullische zu drehen. Es wäre naheliegend, wenn nun eine dritte Preissteigerungswelle ausgelöst werden würde, die Rohöl über die 60$-Marke trägt.

Europäische Verbraucher können etwas weniger besorgt in die Zukunft der Ölpreise blicken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der mögliche Ölpreisanstieg von einem Dollarverfall begleitet.

Heute Morgen ist keine Tendenz über den weiteren Preisverlauf erkennbar. Gasöl liegt mit 432,50$ pro Tonne innerhalb der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise tendieren heute Morgen seitwärts. Noch widerstehen sie Teuerungserscheinungen am Weltmarkt. Der Dollar hält sie im Zaum. Es ist derzeit vollkommen offen, welchem Einfluss sie folgen werden. Zur Wahl steht ein fundamental geprägter Preisdruck oder ein psychologisch geprägter Preisauftrieb. Wer keinen Kaufzwang verspürt, sollte abwarten. Falls sich der Preisauftrieb durchsetzt, muss man allerdings mit zwei bis drei Monaten rechnen, bis die Preise wieder zurückkommen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen