Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Carpe Diem im Vorteil

Da brennt nichts mehr an. Auch im Februar bleibt der monatliche Heizölpreis unter dem des Vorjahreszeitraums. An den Börsen wurde gestern zwar versucht, die Notierungen in die Höhe zu treiben. Die Bemühungen schlugen aber fehl. Als Geschichte zu einem außerordentlich bewegten Handelstag wird die Wahl in Italien genannt. Sie setzte Hoffnungen auf die Fortsetzung der bankenfreundlichen Politik in der drittgrößten Volkswirtschaft Europas frei und sie begrub diese wieder, als sich herausstellte, dass die Eurogegner die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich haben. In den Notierungen für die Rohölsorte Brent offenbarte sich das Treiben zunächst in einem Anstieg von1,5 Prozent. Ihm folgte ein Absturz von 2,2 Prozent. Bei Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl, ging es 1,8 Prozent hinaus und danach 2,9 Prozent hinab.

Der Versuch, die Ölnotierungen in die Höhe zu treiben, steht zwar in der Tradition der letzten Wochen. Er steht aber in keiner Beziehung zum physischen Ölmarkt. Der hat eher zuviel als zuwenig Öl im Angebot. Der Abgang der Notierungen trifft die realwirtschaftliche Lage besser. Aber auch die lässt sich nicht eindeutig als Ursache des Börsengeschehens ausmachen. Der Vorgang hat im Wesentlichen eine psychologische Dimension. Die gibt es, seit es Börsen gibt. Seitdem die Finanzmärkte mit Geldmengen geflutet werden, die den Wert der realen Produkte weit übersteigen, eroberte die Psychologie allerdings die Spitzenposition unter den preisbestimmenden Einflüssen. Anders ausgedrückt, Märkte funktionieren definitiv nicht rational. Mit dieser Diagnose mögen Menschen sich nicht gerne abfinden. Sie widerstrebt der wissenschaftlich geprägten Kultur der letzten Jahrhunderte.

Allen Merkwürdigkeiten, die den Ölmarkt in den letzten Jahren prägten, zum Trotz gibt es Hoffnung, dass in diesem Jahr ein Stück Rationalität zurückkehrt. Nachdem das letzte Jahr als das teuerste für Heizöl in die Bücher einging, deutet sich nun eine günstigere Zeit an. Voraussetzung ist die rationale Bewertung des physischen Markts. Dem guten Angebot steht eine relativ schwache Nachfrage gegenüber.

Für viele Heizölkäufer war das letzte Jahr nicht so teuer, wie es die Geschichtsbücher mit ihren Jahresdurchschnittpreisen darstellen. Sie nutzten die Volatilität des Preises, um sich zu einem günstigen Moment einzudecken. So wie der Preis im Jahresverlauf schwankt, wechselt das Kaufinteresse der Verbraucher. Die Veränderungen sind gegenläufig, wie diese Grafik zeigt. Wenn Heizöl günstig ist, sind viele Käufer im Markt. Wenn es teuer ist, ziehen sie sich zurück. Eine Ausnahme ist im Herbst zu beobachten. Es ist die traditionelle Zeit der Wintervorsorge. Die Grafik lässt zwei Käufertypen erkennen, den Typ Carpe Diem (nutze den Moment) und den Typ Traditionalist. Carpe Diem weiß um die Börsennähe der Heizölpreise und beobachtet sie ganzjährig. Der Traditionalist interessiert sich nur in einer kurzen Zeitspanne für die Preise. Beide suchen den günstigen Preis. Ihre Erfolgsaussichten sind unterschiedlich. Seit Heizölpreise im Internet veröffentlicht werden, wächst die Carpe-Diem-Gruppe.

Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, welche Stimmung in der Finanzszene herrscht. Weder versuchen ein paar Mutige etwas Geld mit einer Gegenbewegung zum gestrigen Abgang zu machen, noch lassen sie sich von Panik ergreifen und verschleudern ihre Papiere. Immerhin ist der Wechsel zu einem Abwärtstrend nach dem gestrigen Theater nun denkbar. Für die Tonne Gasöl werden 965,75 Dollar bezahlt. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,34 Dollar und in London zu 113,65 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,45 Eurocent.

Unsere Heizölpreise legen ein wenig zu. Die verbraucherfreundlichen Ölbörsen konnten das nicht verhindern. Stärker schlug der Devisenmarkt ins Kontor. Die für Eurofreunde und Finanzschaffende schockierende Wahl in Italien ließ den Euro abstürzen und damit den Dollar steigen. Dieser Effekt könnte sich fortsetzen und den möglichen Abwärtstrend der Ölpreise hierzulande annullieren. Im Jahresverlauf sollten sich gleichwohl Momente mit tieferen Preisen einstellen. Dafür spricht die gute Versorgung des Ölmarkts, die mindestens für zwei Jahre andauern sollte. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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