Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Chaos pur

Politik und Öl sind eng verknüpft. Diese weltweit gültige Tatsache ist in Venezuela besonders prägnant. Das Land gehört zu den der ölreichsten Staaten der Welt. Aber es ist bettelarm. Seit je her beseht eine zu starke wirtschaftliche Abhängigkeit vom Öl und von den USA. So ist es nicht verwunderlich, dass das Ölthema immer wieder die Volksseele zum Kochen brachte und ein Exerzierfeld für Diktatoren und andere korrupte Politiker war.

Präsident Chavez ist nicht der erste Politiker, der den Versuch unternahm, den Ölreichtum gerechter im Volk zu verteilen. Mit harter Hand wollte er durchgreifen. Doch auch er scheiterte. Möglicherweise bekommt er aber nach seiner vom Volk erzwungenen Wiedereinsetzung eine zweite Chance. Sein drastischer Eingriff in das verfilzte Management der staatlichen Ölgesellschaft wird nun anscheinend doch vollzogen.

Uns beeindruckt die Situation, da wir sie ohne tiefe Kenntnis der Geschichte des Landes kaum verstehen können, mehr über ihre Wirkung auf den Ölpreis. Und der reagierte am Freitag mal wieder prompt und deutlich nach unten als es nach einem Ende der Streiks aussah. Damit wäre nämlich ein Fortbestehen der momentan erneut deutlichen Überversorgung der Welt mit Öl zementiert worden. Nach den Ereignissen des Wochenendes ist diese Erwartung allerdings schon wieder Makulatur.

Dennoch reagiert der Ölpreis heute Morgen kaum. Inzwischen besteht eine gewisse Gelassenheit zur Versorgungslage. Die aktuelle Überproduktion der OPEC-Staaten könnte als Nottropfen herhalten.

Aus gleichem Grund bleibt heute Morgen auch eine negative Preisreaktion auf die gescheiterte Nah-Ost-Initiative von Collin Powell aus.

Unser Heizölpreis startet fast unverändert in die neue Woche, die insgesamt recht spannend sein dürfte. Der Trend zeigt wider die längerfristige Erwartung nach unten. Die Weltlage hat allerdings die Oberhand über die Preisentwicklung. Und die ist so undurchschaubar wie lange nicht mehr.

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