Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Charttechnische Logik

Gestern gaben die Kurse deutlich nach. Sie folgten damit den charttechnischen Erwartungen. Unter fundamentaler Sicht lässt die Bewegung staunen, denn die US-Bestandsdaten waren schlecht. Folgt der Markt weiterhin der Charttechnik, werden die Preise nach kurzer Unterbrechung wieder steigen. Der Dollar gewinnt immer noch an Wert. Auch dieser Umstand findet kaum Grundlage in den wirtschaftlichen Rahmendaten.

Die Veröffentlichungen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die US-Vorräte beschreiben in dieser Woche eine einheitliche Tendenz. Sie sieht kurzfristig nicht gut aus.

Rohöl: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,5 (DOE) bzw. 3,7 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen auf dem Niveau des Vorjahres und der Vorwoche. Die Raffinerieverfügbarkeit ist schlechter als im Vorjahr aber etwas höher als in der Vorwoche. Die kumulierende Zahl spiegelt die hohe Problemrate, die über die US-Raffinerien gemeldet wird, nicht wider.

Unabhängig von der kurzfristigen Veränderung auf Wochenbasis befinden sich die Rohöl und Heizölbestände in einer guten Lage. Lediglich der Benzinbestand ist dürftig. Während Rohöl seit geraumer Zeit komfortabel gehalten wird, ist die Entwicklung beim Heizöl bemerkenswert. Der Brennstoff war im Frühjahr in einer beklagenswerten Bevorratungslage. Auf der Basis von Heizöl wurde ein Krisenszenario gezeichnet, das einen Teil des folgenden Preisauftriebs veranlasste. Von einer Brennstoffkrise ist man mittlerweile weit entfernt. Die Preise stiegen dennoch weiter.

Vor diesem Hintergrund könnte man den gestrigen Preisrutsch um ca. 4,5% als die späte Rückkehr zur Vernunft vermuten. Öl müsste in den kommenden Wochen erheblich billiger werden. Ein Wunsch. Niemand wird ernsthaft daran glauben. Sie Stimmung an den Börsen steht auf Hoch. Jedes Argument, das für höhere Preise spricht, wird ausgekostet. So z.B. die große Pannenserie an US-Raffinerien. Wen schert es, dass die Verfügbarkeitszahl im normalen Rahmen steht? Wer nimmt die guten US-Vorräte überhaupt wahr? Für den bullisch eingestellten Analysten ist der Iran-Atom-Konflikt ein Segen. Dahinein lassen sich alle Träume von Preissteigerungen projizieren. Fundamentale Betrachtungen sind derzeit die Staffage in einem von spekulativer Stimmung getragenen Handel.

Die Steigerungsdynamik verläuft in Wellen. Gestern war Abwärts dran. Das deutete sich bereits am Montag und Dienstag an. Eventuell hält diese Richtung noch an. Dass sie in Kürze wieder zum Aufwärts zurückkehrt, steht (fast) außer Zweifel. Charttechnik beschreibt die Entwicklung besser als die Fundamentaldaten. Sie beherrscht die Preisbildung.

Heute Morgen geben die Gasölpreise weiter nach. Die Tonne kostet 565$. Am Freitag wurden kurzeitig 600$ erreicht.

Unsere Heizölpreise geben nach. Die Höhe des Rückgangs am Weltmarkts findet man aber nicht wieder. Die Raffineriegesellschaften geben nur einen Teil der fallenden Börsenbewegung an den Heizölhandel und damit an die Verbraucher weiter. Da die Nachfrage hoch ist und da in Kürze mit weiterer Preissteigerung gerechnet wird, halten sie das Niveau hoch. Die Differenz streichen sie als Spekulationsgewinn ein. Wir empfehlen die nächsten Tage zum Kauf zu nutzen.

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