Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


China tritt auf die Bremse

Den Machthabern im Reich der Mitte wird die Konjunktur zu heiß. Sie verpassen ihr eine kalte Dusche durch eine Leitzinsanhebung um ein Viertel Prozent. Kurzfristig zeigt die Schocktherapie Wirkung. Aktien- und Ölkurse brechen ein. Der Dollar gewinnt. Am grundlegenden Abwärtstrend des Dollars sollte das allerdings nichts ändern, meinen Devisenexperten. Die US-Notenbank wird die Gelddruckmaschine laufen lassen, weil sie das als einziges Mittel gegen ein Schrumpfen ihrer Wirtschaft versteht. Die Gemengelage macht der Finanzindustrie schwer zu schaffen. Sie braucht den Glauben an eine höhere Ölnachfrage, um die Notierungen in die Höhe zu treiben. Derzeit überwiegen die Zweifel. Der Primus unter den Preistreibern, Goldman Sachs, bekommt das seit Monaten zu spüren. Die Aktien- und Rohstoffgeschäfte laufen, gemessen an den eigenen Erwartungen, eher schlecht als recht. Zudem musste das Unternehmen eine halbe Milliarde Dollar berappen, um sich von einem Betrugsvorwurf freizukaufen. Vergleich lautet der terminus technicus dieses Vorgangs. Tatsächlich eng wird die Ölversorgung derzeit in Frankreich. Die Streikwelle hat dazu geführt, dass alle Raffinerien des Landes, das sind zwölf Prozent aller europäischen Raffinerien, stillstehen. Die Franzosen reagieren emotional. Sie kaufen Öl in jeder Menge, wo immer sie welches bekommen können. Kurzfristig treibt das die Preise entlang der Rheinschiene in die Höhe. Bei Wiederaufnahme der regulären Versorgung wird es wahrscheinlich zu einem Preiseinbruch kommen. Denn generell fehlt in diesen Tagen kein Öl. Es gibt eher zuviel davon.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Streik in Frankreich
Gedrosselte Produktenproduktion in den USA
FED gibt der Wirtschaft weiterhin billigstes Geld

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Leitzinsanhebung in China
Schlechte Daten zur der US-Konjunktur
FED sieht US-Wirtschaftsentwicklung skeptisch
Hohe Lagerbestände
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
Sorge um Staatsverschuldungen

Unsere Heizölpreise geben moderat nach. Den Impuls dafür bekamen sie von den Ölbörsen. Dieser Impuls war gestern stärker als der Aufwärtsdrang des Dollars. Das gezielte Bremsen der chinesischen und die andauernde Schwäche der US-Konjunktur sollten einen Aufwärtstrend der Ölpreise verhindern. Wenn diese Überlegung aufgeht, wird Heizöl nicht wie zuletzt erwartet langsam teurer werden. Es wird den Seitwärtstrend eher fortsetzen mit der Chance auf temporär tiefere Preise. Aber Vorsicht: Da das Konjunkturgerede Rätselraten auf vermintem Terrain ist, sind Preisprognosen reine Spekulation. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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