Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Claudette legt nach

Die Preissteigerungen an den Ölmärkten setzten sich gestern fort. Die allgemein bullische Stimmung wurde vom unerwarteten Auffrischen des tropischen Sturms Claudette verstärkt.

Ursprünglich als Hurrican in Texas erwartet, dann als ungefährlich abgewertet und schließlich doch als Hurrican angekommen ist Claudette ein Sinnbild für die Unsicherheit, die derzeit an den Märkten herrscht. Ob Politik, wirtschaftliche Lage, Ölversorgung oder nun die Kräfte der Natur, den Händlern fehlt es an stabilen Maßstäben. Der Irakkrieg war so einer. Er schaffte ein festes Bild der Hoffnung auf fließende Ölströme nach seinem erfolgreichen Ende. Doch heute fließt nicht das Öl sondern das Bild. An die Stelle der Hoffnung tritt Unsicherheit. Und die hat mittlerweile ein Ausmaß wie vor dem Irakkrieg erreicht. Daher sind Preissteigerungen wie im ersten Quartal des Jahres wahrscheinlich.

In New York werden US-Rohöl-Futures bei 31,60$ gehandelt. Im Februar waren es knapp 40$. In London wird Brent-Öl derzeit mit 29,15$ gehandelt. Im Februar waren es gut 34$.

Die Charttechnik zeigt einen klaren Aufwärtstrend sowohl für Öl als auch für den Dollar. Während des Irakkriegs konnte Europa vom doppelten Fall profitieren. Nun muss sich Europa auf den doppelten Preisanstieg einstellen.

Der Dollaranstieg geht auf Erwartungen einer wieder anziehenden US-Ökonomie zurück. Die sieht Fed-Chef Allen Greenspan auf einem hoffnungsvollen Weg. Allerdings stellt die Öl- und Gaspreisentwicklung eine echte Bedrohung dar. Greenspan äußerte sich in diesem Sinn bereits zum zweiten Mal innerhalb der letzten Monate. Er sieht die hohen Futures-Preise für Öl und Gas als Ausdruck einer hartnäckigen und ernstzunehmenden Sorge über mögliche Versorgungsengpässe.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis an. Mit 244,50$ pro Tonne hat er das Top der gestrigen Handelspanne egalisiert.

Unsere Heizölpreise steigen ebenfalls. Sie befinden sich auf dem Weg, ein neues 3-Monats-Hoch zu erreichen. Die Preissteigerung erfährt etwas Zurückhaltung auf Grund einer sehr schwachen Binnennachfrage. Aber gegen den Druck, mit der Ölpreis- und Dollarsteigerungen von außen wirken, kann die Kaufzurückhaltung deutscher Kunden nichts ausrichten. Heizöl wird teurer, auch wenn es nicht gekauft wird. Wir raten angesichts sich verschlechternder Aussichten für die Heizölpreise weiterhin zum schnellen Kauf. Die Menge sollte aber so gewählt werden, dass in der zweiten Winterhälfte nachgekauft werden kann.

An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass die Meinung, im Sommer sei Heizöl billig und im Winter sei es teuer, in den Bereich des Abglaubens gehört und nichts mit der Realität einer von weltweiten Einflussfaktoren bewegten Preisbildung an Ölbörsen zu tun hat.

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