Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Coole Börse

Die Nachrichten bringen mehr als ein bullisches Pfund auf die Waage. An der Börse nimmt man das gelassen auf. Die Preise bekamen gestern sogar leichte Schwindsucht. Der kurzfristige Abwärtstrend erweist sich als widerstandsfähig. Die große Sehnsucht nach billigerem Öl bekommt reale Konturen. Die Lehre alter Trader wittert allerdings eine Fata Morgana. Die aktuelle Börsenlage könnte sich als Ruhe vor einem neuen Sturm entpuppen. Ruhig geht es auch auf dem Devisenmarkt zu. Kein Wunder, denn heute bespricht Ben Bernanke den Dollar und was ihn bewegt. Danach wird er, der Dollar, sich wohl bewegen.

Zwei wesentliche Meldungen hatte der Tag für die Ölpreise gestern zu bieten. Die eine befruchtet das Gezerre um die iranische Atompolitik. Ihr zufolge könnte man in Teheran veranlassen, dass Israel und einige US-Militärbasen in der Golfregion mit Raketen beschossen werden. Entsprechende Tests seien positiv verlaufen. Damit bestünde im Falle eines israelischen Angriffs auf iranische Atomanlagen nicht nur die Gefahr einer Seeblocke in der Straße von Hormus, durch die 40 Prozent des weltweit benötigten Rohöls geschifft wird. Es könnte auch zu Vergeltungsschlägen auf die Territorien der Angreifer kommen. Der Beobachter darf wählen, ob er die Angelegenheit als Gleichgewicht des Schreckens oder als Serie großer Bluffs verstehen will. Börsianern scheint das ganze schnuppe zu sein. Nennenswerte Einflüsse auf die Ölpreisbildung sind nicht auszumachen.

Die zweite wesentliche Meldung des Tages war die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten Zahlen vor, die übereinstimmend Rohöl-Preisalarm hätten erwarten lassen.

Rohöl: -5,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,2 (DOE) bzw. 4,6 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als in der Vorwoche aber höher als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit liegt unverändert bei 89 Prozent. Analog zur Meldung der Vorwoche kann man konstatieren, dass diese Daten bärisch interpretiert werden, ist nicht nahe liegend. Nahe liegend wäre eine bullische Reaktion. So bleibt erneut nur der Schluss, dass es wohl eher die Charttechnik war, die die Akteure anregte.

Folgt man ausschließlich der Charttechnik, kann man mit angemessener Vorsicht einen Fortgang des Abgangs der Preise konstruieren. Wenig diskutiert werden in diesem Zusammenhang die Veränderungen der Kontraktzahlen. Seit zwei Wochen fallen diese dramatisch. Mineralölgesellschaften verkaufen in großem Stil Futures. Die Lehrbuchmeinung zu einem solchen Vorgang besagt, dass in erster Linie Lehrverkaufspositionen geschlossen werden. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Gesellschaften einen Mangel erwarten. Zwingende Konsequenz wären weiter steigende Preise. Diese Einschätzung deckt sich mit den fundamentalen Daten für die langfristige Entwicklung.

Eine Gegenanzeige für die Preisentwicklung wäre ein Einbruch der Weltwirtschaft. Dieser ist zwar nicht mehr so abwegig, wie er vor wenigen Monaten noch schien. Sein kurzfristiges Eintreten zu prognostizieren, ist aber eine übertrieben pessimistische Hypothese.

Heute Morgen steigen die Preise. Die Bewegung lässt allerdings keinen Schluss auf die weitere Tagesentwicklung zu. Die Tonne Gasöl kostet 1.243,00 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 136,10 Dollar.

Unsere Heizölpreise halten inne. Sie setzen ihren Rückgang aktuell nicht fort. Die Chance auf weitere Preisreduzierung beurteilen wir sehr verhalten. Ausschließen wollen wir sie nicht. Unsere generelle Einstellung, dass man sich zukünftig stärker um die Verbrauchsanalyse als um die Marktanalyse kümmern sollte, bekräftigen wir ausdrücklich. Zahlen belegen eindeutig, dass die weit verbreitete Skepsis zum Erfolg drastischer Effizienzsteigerung, nicht angebracht ist. Ein Durchschnittshaus verbraucht mindestens doppelt soviel Heizenergie wie nötig wäre. Und selbst diese Zahl drückt noch nicht wirklich ambitionierte Möglichkeiten aus. Entdecken Sie Ihre eigenen Chancen mit esytrol.

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