Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Crash am US-Ölmarkt

Unter Führung der NYMEX brechen die Ölpreise sensationell ein. Fondsgesellschaften trennen sich nach dem Ende der Fahrsaison in den USA von ihren Benzinkontrakten und reißen den gesamten Markt in die Tiefe. Auf der Gegenseite legt der Dollar kräftig zu und setzt seinen Höhenflug fort.

Die New Yorker Händler melden sich nach dem langen Wochenende, das als das wirtschaftliche Ende des US-Sommers angesehen wird, mit einem Paukenschlag zurück. Sie hatten alle die Idee, sich von ihren Benzinkontrakten zu trennen, nachdem klar war, dass die Nachfrage nach Treibstoff in den nächsten Wochen sinken wird. Vor dem fahrfreudigsten Wochenende der jüngeren US-Geschichte hatten die Benzinpreise neue Allzeit-Hochs erreicht.

Die Verkaufsidee mündete in einem crashartigen Ausverkauf, der alle Öltypen mitriss. Rohöl verlor in der Spitze fast 7%. Durch die gestrige Bewegung wurde der zuletzt nur noch schwache Aufwärtstrend gebrochen. Dass sich Öl in diesen Tagen mit Benzin als Vorreiter verbilligen wird, galt als sicher. Das gestrige Ausmaß war allerdings nicht absehbar.

Nun stellt sich sofort die Frage nach dem weiteren Verlauf der Preisbewegung. Heute rechnet man mit einer Gegenreaktion auf den Crash. Charttechnisch wäre danach ein weiterer Einbruch der Preise vorstellbar. Fondsgesellschaften haben angeblich immer noch unverkaufte Bestände an Benzinkontrakten. Eine Marke, bei der der Verfall zum Stillstand kommen könnte, nennen Analysten derzeit nicht.

Auf der anderen Seite bleiben sämtliche bekannten Unsicherheiten und Probleme erhalten. Die können täglich Argumente für anziehende Preise liefern. Das Ausmaß des gestrigen Preisverfalls ist vor dem fundamentalen Hintergrund nicht erklärbar, wie die Börse insgesamt nicht erklärbar ist. Am Donnerstag werden die Meldungen über die Ölvorräte der USA herausgegeben. Allgemein wird ein weiter Abbau der ohnehin historisch tiefen Bestände erwartet.

Entgegen der Bewegung der Ölpreise legte der Dollar zu. Vermutlich wird er vom Ölgeschehen sogar stimuliert. Denn niedrige Ölpreise beleben die Wirtschaft. Und ihr Anziehen ist momentan der Auftrieb für den Dollar.

Heute Morgen verteuert sich das zusammengebrochene Gasöl wieder. Die Tonne kostet zur Stunde 235$.

Unsere Heizölpreise fielen gestern bereits kräftig. Ausmaße wie an den Weltmärkten sind allerdings nicht möglich, da der anziehende Dollar einen Teil der Verbilligungen neutralisiert. Noch ist der Aufwärtstrend der Heizölpreise nicht gebrochen. Die Chancen hierfür stehen im Augenblick aber gut. Dennoch sollten Verbraucher sich der Sache nicht allzu sicher sein und die aktuelle Entwicklung auch unter dem Blickwinkel einer kurzfristigen Chance betrachten.

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