Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Dürftige Impulse

Der kräftige Preisrückgang Ende August hat die überteuerten Kurse auf ein passenderes Niveau gedrückt. Das ist zwar immer noch hoch. Doch scheint es nach Lage der Dinge durchaus gerechtfertigt zu sein. Die Preise befinden sich in der Mitte des Trendkanals, der sie seit einem Jahr aufwärts treibt. Charttechnisch ist derzeit keine Übertreibung zu erkennen.

Für die Hoffnungen von Verbrauchern, Wirtschaft und Politik auf tiefere Ölpreise gibt es keine reale Grundlage. Das heißt zwar nicht, dass ein Preisrückgang nicht stattfinden könnte. Die Märkte reagieren bisweilen äußerst irreal. Doch im Mittel orientieren sich die Preise an der realen Versorgungslage. Und die wird von der IEA kritisch angesehen. Der Chefvolkswirt der Internationalen Energie Agentur (IEA), Fatih Birol, sagte, dass die Produktion um 5 bis 7% gesteigert werden müsse, um dem Markt den dauerhaften Aufwärtstrend zu entziehen. Dafür fehlen derzeit die Möglichkeiten.

In den letzten Jahren wurde zu wenig Geld in den Aufbau der Infrastruktur investiert. Daher hat sich das Angebot im Vergleich zur stark gewachsenen Nachfrage erheblich zu gering entwickelt. Selbst wenn augenblicklich adäquate Investitionssummen bereitgestellt werden würden, könnte das die aktuelle Misere nicht korrigieren. Ein ausreichender Angebotsaufbau kostet Zeit. Doch selbst in dieser Hochpreisphase, die den Ölgesellschaften reichlich Gewinne beschert, werden die Investitionsbudgets nicht aufgeblasen. Die Gewinne werden eher ausgeschüttet. Die Manager kommen damit Forderungen der Aktionäre, zu denen auch viele Verbraucher zählen, nach.

Die häufig ins Feld beführte Anmerkung, dass der Markt durch Spekulanten erhitzt werde, die eigentlich nichts mit dem Ölgeschäft zu tun hätten, trifft inzwischen nicht mehr zu. Die Fonds haben ihre Engagements deutlich reduziert.

Hohe Ölpreise könnten die Konjunktur und damit die Nachfrage abwürgen. Das führte unweigerlich zu tieferen Preisen. Aktuell besteht kein Grund, auf ein solches Szenario zu spekulieren. In Fernost wächst die Wirtschaft rasant und selbst in den USA zeigte sich am Freitag in Form von Arbeitsmarktdaten ein moderates Wirtschaftswachstum. Das trieb den Dollar sogleich höher. Wir Europäer spüren es im Ölpreis.

So richtet sich der Blick auf der Suche nach Chancen für niedrigere Ölpreise auf das Außerordentliche wie beispielsweise die Öffnung der strategischen Reserven in den USA. Es wäre ein schönes Wahlgeschenk George W. Bushs. Doch selbst wenn dieser von einigen Zeitgenossen als sicher einkalkuliere Schritt vollzogen werden würde, könnte das die Versorgungslage nur temporär schmieren. Längerfristig änderte sich gar nichts, denn das entnommene Öl müsste wieder zurückgeführt werden. Darauf würde der Präsident, für den die USA in ständiger Bedrohung durch ihre Feinde leben, mit Sicherheit achten. Schließlich hat er sich in den vergangen Jahren für den Aufbau eben dieser Reserven stark gemacht.

Zum Wochenbeginn ist mit wenig Preisbewegung zu rechnen. In New York wird feiertagsbedingt nicht gehandelt. Der Gasölpreis startet heute Morgen nahezu unverändert zu Freitag. Die Tonne kostet 375,75$.

Unsere Heizölpreise lassen kaum noch erkennen, dass es Ende August abwärts ging. Sie befinden sich auf hohem Niveau. Das verschreckt viele Verbraucher. Sie träumen von einem neuerlichen Preisrückgang. Doch mehr als ein Traum wird es vermutlich nicht bleiben. Wichtig ist es, rechtzeitig an das Auffüllen des Tanks zu denken. Denn wenn der erst einmal leer ist und die Lieferung umgehend erfolgen muss, wird es richtig teuer. Extratouren haben einen hohen Preis. Einen guten Preis gibt es nur, wenn der Lieferant mehrere Tanks in gut geplanter Abfolge beliefern kann. Dazu muss er rechtzeitig einen Auftrag bekommen.

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