Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Da schmunzelt der Scheich

Die Debatte um den neuen Ölrausch in den USA verliert an Bodenhaftung. Saudi Arabien gibt sich unbeeindruckt vom Größenwahn und lächelt über Aussagen, nach denen ihr Land eines Tages aus den USA Öl beziehen solle. Die staatliche Saudi Aramco, größte Ölgesellschaft der Welt, baut die Fördereinrichtungen weiter aus. Aktuell sind dadurch Reservekapazitäten von 3,5 Mio. Barrel pro Tag entstanden. Das ist ein guter Puffer, um eventuelle Ausfälle andernorts auszugleichen. Und es ist eine Bremse gegen davon galoppierende Ölpreise. Trotz der Tatsache, dass Saudi Arabien derzeit hinter Russland nur die Nummer Zwei der mächtigen Ölförderländer ist, gilt das Land als wichtigster Ölproduzent der Welt. Seine Reserven übersteigen die Russlands und der USA um ein Vielfaches. Während die USA mit ihrer Technologieoffensive bereits ans Eingemachte unter der Erde gehen, zapft Saudi Arabien immer noch das billige Öl an. Man tut gut daran, das ölige Großmannsgehabe jenseits des Atlantiks mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Die guten Nachrichten über billiges Öl haben den USA bisher keinen Konjunkturboom gebracht. Im Gegenteil, bei großen Teilen der Bevölkerung kommt der Hauch eines Aufschwungs nicht an. Die Ölnachfrage wird immer geringer. In den letzten vier Wochen wurden 8,2 Prozent weniger Heizöl und Diesel verbraucht als im Vorjahr. Es gibt also gute Gründe, warum Öl im Jahresverlauf billiger werden sollte. Die liegen stärker in der sinkenden US-Nachfrage als im steigenden Angebot. Diese Meinung wird nicht von allen Bankern geteilt. Goldman Sachs sieht den Ölpreis deutlich steigen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl::
China wächst immer noch rasant
Explosive Lage in Nordafrika
Ölmengen global schlecht verteilt
Sehr viel frisches Geld im System

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: USA brauchen immer weniger Öl
Geldvermehrung durch Notenbanken infrage gestellt
Produzenten bauen Kapazitäten aus
Liefermengen aus der Nordsee sollen kurzfristig steigen

Unsere Heizölpreise fallen wegen nachgebender Gasöl-Notierungen und eines schwachen Dollars. Der Trend der Ölnotierungen ist allerdings immer noch aufwärts gerichtet. Mehr als ein Tagesereignis ist der Rückgang derzeit nicht. Aber er könnte mehr werden, wenn die physische Lage des Ölmarkts stärker an den Börsen gehandelt werden würde. Solange frisches Geld ins System gelangt, wird die Umkehr auf sich warten lassen. Immerhin, in Notenbankkreisen ist die Frischgeldpolitik längst nicht mehr Konsens. Eine Änderung ist im Jahresverlauf möglich. Kurzfristig sollte Heizöl das aktuelle Preisniveau halten. Es liegt gleichauf zum Vorjahr. Man kann also ohne Ärger kaufen, wenn der Tank es verlangt. Das gab es schon lange nicht mehr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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