Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Das Frühjahrsproblem ist wieder da

Gestern gaben die Preise deutlich nach. Gute Daten über die Rohölbestände in den USA haben die Gegenreaktion beschleunigt. Starke Rückgange der Produkte sorgten allerdings für Unruhe. Die Meldung über einen schweren Unfall an einer BP-Raffinerie in Texas drehte die Preise schließlich wieder aufwärts. Der Dollar setzt seinen Anstieg fort und verhindert, dass sich der Ölpreisrückgang bei uns bemerkbar macht.

Die Statistikinstanzen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) legten Zahlen mit gleicher Tendenz vor:

Rohöl: +4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +8,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,7 Mio. Barrel (API)

Der starke Aufbau der Rohöllager ließ die Ängste über mögliche Versorgungsengpässe vergessen. Das half den Preisen folgerichtig abwärts. Gute Importzahlen unterstützten die Tendenz. Die Raffinerieverfügbarkeit hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Aber die Raffinerien bleiben der Flachenhals.

Neben der seit Wochen schlechten Lage bei den Heizölvorräten, die wegen des Frühjahrs nur noch wenig Einfluss auf die Preisbildung haben, wird nun auch noch ein Leck in der Benzinversorgung sichtbar. Benzin steht ab Ostern im Fokus, da in den USA die sogenannte Fahrsaison beginnt. Vom Treibstoff gehen üblicherweise in dieser Jahreszeit Auftriebsimpulse aus.

Die hielten sich gestern zunächst in Grenzen. Doch nach der Explosion in der drittgrößten US-Raffinerie, bei der auch Tote zu beklagen sind, brachen sie durch. Es ist damit zu rechnen, dass Benzin und das Raffineriethema die Preise hoch halten werden.

Im Chart sind die Preise bis an den oberen Rand des langfristigen Aufwärtstrends zurückgekommen. Eine ausgeprägtere Reaktion wäre durchaus angemessen und ist charttechnisch plausibel. Aber der fundamentale Auftrieb wird das vermutlich verhindern.

Heute Morgen macht sich dieser Auftrieb im Gasölpreis bereits wieder bemerkbar. Die Tonne kostet 498$. Gestern lag der Preis im Tief bei 486$.

Der Dollar überrascht charttechnisch mit einer Abkehr vom Abwärtstrend. Nach der Zinsanhebung in den USA ist die Wende allerdings nachvollziehbar. Die jüngste Wechselkursveränderung kompensierte den Ölpreisvorteil fast vollständig.

Unsere Heizölpreise steigen heute schon wieder. Der Abschwung am Weltmarkt brachte keine spürbare Entlastung. Nach wie vor fehlen starke Impulse, die die Preissituation grundlegend ändern könnten. Die Spekulation auf fallende Preise bleibt ein Geduldspiel und eine unsichere Bank. Negative Effekte wegen einer weiteren Teuerungswelle lassen sich nicht ausschließen.

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