Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Das Loch wird größer

Das wird die Woche der OPEC. Das Kartell tagt am Mittwoch in Wien. Vor dem Treffen befinden sich die Preise weiter auf Talfahrt. Doch das hilft den Heizölpreisen in weiten Teilen Deutschlands nicht. Sie steigen und steigen angesichts des Mangels in den Tanklagern.

Der Rohölpreis sollte langsam einen Boden gefunden haben. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die OPEC die Liefermengen drosseln könnte, meinen Analysten. Als Normalfall sehen sie unveränderte Quoten als Ergebnis des Treffens an. Algerien drängt auf eine Erhöhung der Werte. Das Land produziert fast 40% über dem Soll. Ingesamt verhalten sich die OPEC-Mitglieder aber recht diszipliniert.

Durch den leicht steigenden Export aus dem Irak erhält der Weltmarkt derzeit etwas mehr Öl als erwartet. Das drückt auf die Preise. Den größten Anteil am Preisverfall haben aber Spekulanten. Durch ihre Desinvestition in Öl wurde der Abwärtstrend erst möglich.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) sieht für das 4. Quartal einen Nachfrageanstieg um 2,3 Mio. Barrel pro Tag voraus. Das könnte die Preise noch einmal hochziehen. Doch mit der Einstimmung auf das nächste Frühjahr erwarten viele Beobachter einen Preisverfall. Russland wird bis dahin seine Mengen weiter erhöht haben. Der Markt wird aber die Nachfrage wieder deutlich herunterfahren. Die OPEC steht dann vor dem Dilemma, entweder fallende Preise zu akzeptieren oder bei einer Reduktion der Quoten Marktanteile an Russland im großen Stil abzugeben.

Das ist Zukunftsmusik. Momentan interessiert die meisten Verbraucher nur, wo sie preiswertes Heizöl bekommen können. Die Frage könnte in den nächsten Tag einen weit schärfen Klang bekommen, wenn nicht mehr nach dem Preis sondern nur noch nach dem Produkt zu jedem Preis gefragt wird. Mancherorts wird es kein Heizöl mehr geben. Grund ist die zusammenbrechende Schifffahrt auf dem Rhein als Folge des Niedrigwassers.

Während in weiten Teilen Deutschlands Heizöl um 10% über den angemessen Preis gestiegen ist, fällt der Gasölpreis heute Morgen weiter. Die Tonne kostet nur noch 208,75$. Gasöl nimmt Kurs auf ein 12-Monatstief.

Unsere Heizölpreise entwickeln sich nur im Norden entlang des Weltmarktpreises. In allen anderen Teilen der Republik muss der Verbraucher mehr oder weniger horrende Aufschläge bezahlen. Derzeit ist keine Entspannung der Situation in Sicht. Erst wenn der Rhein wieder uneingeschränkt schiffbar ist, wird es zu einem dramatischen Preisverfall kommen, bei dem von einem Tag auf den anderen Abschläge von 10% möglich sind. Wir können Verbrauchern im Westen und Süden nur raten, bis zu den nächsten ergiebigen Regenfällen kein Heizöl zu kaufen. Dabei gehen wir davon aus, dass die Preise am Weltmarkt nicht nennenswert über das aktuelle Niveau steigen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen