Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Das Problem ist die Glaubwürdigkeit

Weihnachtszeit ist Märchenzeit. Unter diesem Motto wird der gewaltige Kürzungsspruch der OPEC nun gehandelt. Die Inszenierung ist in die Hose gegangen. Das Ergebnis hätte für die Regie nicht schlechter ausfallen können. Trotzig und stark stürzte der Rohölpreis in New York ab. Die Reaktion ist übertrieben und nicht haltbar. Der Folgekontrakt für den nächsten Monat wird fünf Dollar höher gehandelt. Die Preise für Rohöl der Sorte Brent zeigen ein „normal“ bärisches Verhalten. Der Abwärtstrend der Ölpreise steht unangefochten. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Allerdings verliert der Trend an Stärke. Dass die OPEC mit ihrer Maßnahme zur Stabilisierung der Preise scheiterte, offenbart nicht nur ein fundamentales Glaubwürdigkeitsproblem. Die Umsetzung einer Kürzung von 4,2 Mio. Barrel pro Tag wird als nicht realisierbar angesehen. Das Scheitern zerlegt auch den Mythos, dass das Kartell eine preisbestimmende Macht sei. Sie ist es nicht. Und sie war es nie. Wenn Preise angebotsbedingt stiegen, war dies auf unterschiedliche Probleme zurückzuführen. Der Einfluss einer konzertierten Aktion der OPEC war allenfalls eine Momentaufnahme. Wenn Preise fielen, war fast immer eine Nachfrageschwäche im Spiel. Durch Steuerung der Nachfrage können Industriestaaten einen größeren Einfluss auf die Preise ausüben, als die OPEC dies durch Steuerung des Angebots zu leisten vermag.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Drastische Zinssenkung in den USA
Kalter Winter in den USA erwartet
Konjunkturprogramm für die USA angekündigt
Konjunkturprogramm und Zinssenkung in China
IEA prognostiziert neue Hochpreisphase nach 2010

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Realisierung der OPEC-Kürzung unglaubwürdig
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
Sogar Chinas Wirtschaft geht in die Knie
Weltweite Nachfrage sinkt
Goldman & Sachs prognostiziert 30 Dollar/Barrel
Charttechnik: Abwärtstrend des Ölpreises

Unsere Heizölpreise geben nach. Lediglich in Bayern tickt die Welt anders. Dort nimmt die Angebotsknappheit skurrile Formen an. Der Freistaat ist momentan drastisch unterversorgt. Überall in der Republik sind die Margen derzeit hoch, weil die Nachfrage hoch ist. Engpässe gibt es im Norden aber nicht. Selbst die Lieferzeiten sind hier weitgehend normal. Anders sieht es im Süden aus. Man muss lange auf eine Lieferung warten. Das ist in den meisten Fällen akzeptabel, weil die Tanks bereits die zweite oder dritte Befüllung bekommen. Verbraucher nehmen lediglich eine Preisgelegenheit wahr. Die wird im nächsten Jahr voraussichtlich noch besser sein, denn mindestens die Margenüberhöhung wird dann fallen. Wer die Preisentwicklung verfolgen möchte, ohne ständig unsere Website zu konsultieren, kann unseren Preisalarm verwenden.

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