Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Das Rennen ging los

Die Ausgangssituation für den gestrigen Handelstag war ein gut eingeleiteter Start einer Abwärtsbewegung, die den Ölpreis um einige Dollar herabsetzen sollte. Doch nach Eröffnung des Marktes in New York entwickelte sich eine Art Startunfall. Schlagartig drehte die Richtung. Die dann einsetzende Rallye trieb Öl um rund 5% in die Höhe. Am Ende des Tages zeigten die Preischarts neue Nachkriegshochs.

Aber nicht nur der Ölpreis steht Kopf. Der Dollar lässt sich in seinen Exzessen nicht minder lumpen. Auch er legte eine in ihrer Heftig äußerst selten stattfindende Bewegung an den Tag, den er mit einem neuen 5-Jahres-Tiefststand beendete.

Eine griffige Begründung für die wahnsinnige Bewegung lässt sich nicht aufspüren. Da ist vom Dollar als eine Ursache die Rede. Auch eine lästige Diskussion im US-Kongress über eine Besteuerung bestimmter Benzinsorten wird zitiert. Ein Benzintanker soll seine Ware nicht in New York landen können. Das sind durchaus bullische Notizen, aber keine Gründe für einen der heftigsten Preisanstiege, der jüngeren Geschichte.

Gegen den gestrigen Vorfall spricht auch die Wetterlage, die weiterhin mit etwas wärmer als normal prognostiziert wird. Allenfalls kräftige Regenfälle im Süden der USA lassen für einige Raffinerien Probleme erahnen, die aber bisher in keinem Fall als solche auftraten.

Sind etwa überraschende Fakten zur Bestandslage in den USA durchgesickert? Die Daten werden heute Nachmittag veröffentlicht. Einen übermäßigen Abbau sieht offiziell niemand voraus.

So bleibt zunächst nur der Schluss, dass die Bewegung wieder einmal aus sich selber heraus befeuert wurde. Steigende Notierungen bewirkten steigende Notierungen. Und Akteure, die das spekulative Spiel mitspielen, gibt es genug am Markt. Die Charttechnik hatte sich komplett zur Ausgangslage gedreht und gab den Teilnehmern in der Folge immer neue Begründungen für weitere Käufe. Inzwischen ist auch die von uns bis gestern gesehene Grundlage für einen Abwärtsverlauf der Preise demoliert. Im Augenblick bleibt nur die hoffnungsvolle Feststellung: Was hoch steigt, kann tief fallen.

Der Gasölpreis verhält sich nach der Party erwartungsgemäß. Er steigt. Heute Morgen kostet die Tonne 277$.

Unsere Heizölpreise kommen den Umständen entsprechend gut davon. Der exorbitante Anstieg der Ölpreise wird von einem nicht minder kräftigen Verfall des Dollars gekontert. In Gänze kann die Währung die Preissteigerung aber nicht wett machen. Insgesamt sieht es leider zunehmend unfreundlich für den Heizölpreis aus. Eine Seitwärtsbewegung ist nicht mehr zu erkennen. Die Preischarts lassen einen Aufwärtstrend erahnen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Übertreibungen in den Ölpreisen bald entladen.

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