Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Das schlechtere Szenario

Es gab zwei wesentliche Szenarien für den Irakkrieg. In Betracht kam bisher aber nur das für alle Beteiligten positivere, nach dem der Waffengang schnell beendet wird, die Bevölkerung nur wenig Leid ertragen muss, die Alliierten als Befreier angesehen werden, die Region insgesamt stillhält, in den arabischen Staaten keine Volksaufstände stattfinden und der Irak zielgerichtet wiederaufgebaut werden kann. Die Ölpreise nahmen in den letzten drei Wochen genau diese Entwicklung vorweg.

Doch nun zeigt sich, dass dieses Szenario nicht eintreten wird. Realität wird das schlechtere der beiden Szenarien, das noch nicht ausformuliert wurde. Es wird die oben genannten Punkte in ihren jeweiligen Gegenteilen zu betrachten haben. Das hat u.a. unangenehme Konsequenzen für die Ölpreise. Die Gefahr liegt auf der Hand, dass nicht nur die Vorschusslorbeeren in Form des kräftigen Preisrückgangs seit dem 10. März wieder kassiert werden, sondern dass der bis dahin anhaltenden Aufwärtstrend seinen Lauf fortsetzt.

Vor Ausbruch des Krieges gab es warnende Stimmen, die im Falle des negativen Szenarios Rohölpreise von über 70$ pro Barrel prognostizierten. Nun liegt jede Zielpreisangabe im Reich der Spekulation. Die Zunft der Chartisten hat mannigfaltige Theorien parat, mit denen sich Zielkorridore für die Preise ermitteln lassen. Und diese sind nicht immer falsch. Nach einer dieser Methoden würde das US Rohöl der Marke WTI, es ist etwas teurer als das europäische Brent, im Falle des Aufwärtstrends über 42$ steigen. Die obere Grenze des Korridors liegt bei 80$. Während die Angabe der oberen Grenze heute eher in die Abteilung Schocktherapie fällt, scheint das Erreichen der unteren Grenze aktuell realistisch zu sein.

Wie die Stimmung im Ölhandel momentan kippt, lässt sich an der Interpretation der Vorgänge in Nigeria erkennen. Dort ist gut die Hälfte der Produktion von normalerweise 2 Mio. Barrel pro Tag durch Unruhen und Streiks ausgefallen. Ursächlich sind ethnische Probleme, die inzwischen weitgehend ausgeräumt sind. Dennoch steht die Ölwelt der Wiederaufnahme der vollen Produktion skeptisch gegenüber. Der Optimismus ist verflogen.

Heute Morgen steht der Gasölpreis mit 272,50$ pro Tonne recht deutlich über den Werten des Vortags. Der kurzfristige Aufwärtsdrang hält also an.

Unsere Heizölpreise bewegen sich nun auch wieder deutlich aufwärts. Derzeit sieht alles danach aus, als hätten wir vor zwei Tagen den Tiefststand der jüngeren Geschichte gesehen. Da wir für die nächste Zeit wenig optimistisch im Hinblick auf einen Rückgang der Preise sind, raten wir noch einmal zum Kauf von Heizöl zu den aktuellen Preisen. Ein halber Jahresbedarf sollte es mindestens sein.

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