Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Das war absehbar

Die New Yorker Händler melden sich zurück. Ohne Schnörkel geben sie eine eindeutige Richtung für Januar vor. Aufwärts und zwar kräftig. Anders hätte der Jahresauftakt angesichts der alarmierend niedrigen Ölvorräte auch kaum laufen können. Und es kommt vermutlich noch deftiger.

Die Vorräte und das Wetter machen die Preise in den kommenden Tagen. Von beiden Themen sind momentan nur bullische Aussagen zu bekommen. Die Vorräte werden vermutlich auch im nächsten Report mit negativen Vorzeichen aufwarten. Dann wird es wirklich eng mit der Versorgung in den USA. Das Wetter soll nach Prognosen in den kommenden 2 Wochen deutlich tiefere Temperaturen als im jahreszeitlichen Mittel bringen. Das wäre dann eine fundamentale Mischung mit explosivem Kurspotential.

Der gestrige Preisanstieg brachte Texas-Öl bereits auf ein neues Nachkriegshoch. Brent ist nur knapp davon entfernt. Charttechnisch besteht höchste Gefahr eines Kursausbruchs, der die Preise auf einen Punkt zwischen 34$ und 40$ treiben könnte. Von den Fonds ist bekannt, dass sie mehrheitlich für steigende Preise positioniert sind.

Mit jedem weiteren Preisanstieg wächst der Druck auf die OPEC, ihre Lieferpolitik zu ändern. Im letzten Jahr gelang es dem Kartell, die Preise im Mittel bei 28$ zu halten. Das ist die obere Preisgrenze, die ursprünglich galt. Nun versuchen die Ölexporteure ein neues Preisniveau zu erreichen. Wo deren oberer Grenzwert liegt, ist nicht bekannt. Damit ist die Situation recht unfreundlich. Nach einer Zeit ausgleichenden Handelns unter Berücksichtigung eigener und Verbraucher-Interessen scheint die OPEC wieder einer Strategie der Marktdestabilisierung durch überzogene Preise zu folgen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die moderaten Kräfte im Kartell in den kommenden Monaten durchsetzen können.

Die Möglichkeit längerfristig steigender Preise liegt auf der Hand. Zwar werden Länder wie Russland, Mexiko, eventuell Venezuela, Algerien und der Irak ihre Produktionen steigern. Aber der Ölbedarf wird in den kommenden Jahren rasant wachsen. Insbesondere China braucht für das beeindruckende Wirtschaftswachstum, das das Land zeigt, viel Öl. Und China ist nur ein Land einer boomenden Weltregion. Damit ist jeder zusätzlich geförderte Tropfen so gut wie verkauft.

Der Gegenläufige Trend des Dollars hält an. Er ist für europäische Verbraucher Segen aber auch teilweise Ursache für den steigenden Ölpreis. Denn die in Dollar bezahlten Förderländer wollen keinen Wertverlust hinnehmen. Sollte der mögliche Kursausbruch der Ölpreise in den kommenden Tagen erfolgen, könnte der Dollar nur ungenügend gegenhalten. Die Preissteigerungen wären auch hierzulande deutlich spürbar.

Der Gasölpreis legte gestern kräftig zu. Heute Morgen herrscht Stillstand. Die Tonne kostet aktuell 286,25$.

Unsere Heizölpreise folgen leicht gedämpft dem Weltmarkt. Sie verteuerten sich spürbar. Noch befinden sie sich auf einem erträglichen Niveau. Es ist zu befürchten, dass sie das bald verlassen. Daher raten wir Verbrauchern mit einem kurzfristigen Heizölbedarf, schnell für Nachschub zu sorgen. Sie werden im Verlauf des Januars wahrscheinlich teurer einkaufen müssen.

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