Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Der Aufbau geht weiter

Wieder gab es positive Nachrichten über die US-Bestände. Sie steigen seit einem Monat kontinuierlich an. In der letzten Woche war der Anstieg besonders hoch. Neben einer guten Versorgungslage deutet das auf eine geringe Nachfrage hin. Die Börse reagierte auf die Nachricht mit fallenden Preisen. Dabei fiel der Rückgang relativ moderat aus. Der Trend tendiert mittlerweile erneut nach unten. Um von einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends zu sprechen, fehlt allerdings ein starker Preisschritt. Der Dollar hatte sich zuletzt etwas Luft zur unteren Begrenzung des seitwärts gerichteten Trendkanals verschafft. Devisenhändler erwarten nun wieder die Abwärtsbewegung. Auf Grund der zu befürchtenden Rezession in den USA entwickelt sich eine negative Stimmung zur US-Währung. Ein Marsch in Richtung 0,50 Euro wird befürchtet.

Die Börsen können sich derzeit kaum von der Spekulation über eine Rezession in den USA befreien. Ob diese Spekulation noch eine solche ist oder ob sie längst Realität geworden ist, wird ebenfalls heiß diskutiert. Solange Händler sich intensiv mit dieser Frage beschäftigen, werden die Notierungen nachgeben. Andere Einflussfaktoren werden dabei außer Acht gelassen. Wenn die Rezession identifiziert ist und der Rest der Welt nicht in den US-Strudel gerissen werden sollte, werden sich die Preise mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder nach oben absetzen. Dafür sprechen eine Fülle tagesaktueller Begründungen und vor allen Dingen ein sich langfristig aufbauendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Bis es soweit ist, kann man wieder auf Preisrückgang hoffen.

Dem vorherrschenden Börseninteresse zum Trotz konnten gestern die Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die wöchentliche Veränderung in den US-Tanklagern punkten. Sie fielen unisono positiv aus.

Rohöl: +7,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 10,7 (DOE) bzw. 11,3 (API) Mio. Barrel. Das sind selten hohe Werte. Die Importe sind höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist abermals gesunken. Sie beträgt nur noch 84 Prozent. Das ist ohne Zweifel ein bullisches Element.

Die USA verabschieden sich immer weiter von der Fähigkeit zur Eigenversorgung. Man könnte dieses „Outsourcing“ als normale Entwicklung einer reifen Industriegesellschaft auffassen. Dass es im nationalen Interesse liegt, ist allerdings bezweifelbar. Die Raffinerien werden in den USA, anders als in vielen Öl produzierenden Ländern, privat bewirtschaftet. Insofern ist die Kategorie des „nationalen Interesses“ hier unterbelichtet.

Durch den ordentlichen Aufbau der letzten Wochen haben sich die Bestände deutlich erholt. Der langfristige Vergleich zeigt eine um fünf Prozent höhere Bevorratung als vor drei Jahren, eine um zehn Prozent höhere Bevorratung als vor fünf Jahren und eine überdurchschnittlich hohe Bevorratung innerhalb der letzten zwanzig Jahre. Das ist ein weiteres Indiz für die aktuell entspannte Versorgungslage. Derzeit hat die Ölwirtschaft keine Engpässe aufzuweisen.

Heute Morgen wird der Preisrückgang von gestern Abend bestätigt. Die Kurse sind stabil. Eine Fortsetzung der Bewegung steht noch aus. Die Tonne Gasöl kostet 781,50 $.

Unsere Heizölpreise sinken schwach. Dass sie sich nicht klarer mit dem Weltmarkttrend bewegen, liegt am kurzfristig erstarkten Dollar. Diesem wird keine Stabilität zugesprochen. Die Weltmarktpreise tendieren schwächer. Daher ist mit weiterem Preisrückgang für Heizöl zu rechnen. Ob es zum erhofften Abwärtstrend reicht, ist nach wie vor unklar. Die Hoffnung auf einen solchen Trend ist immerhin wieder begründet.

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