Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Der Finanzreaktor kocht

Der Klassiker ist zurück. Er heißt „Dollar runter, Öl rauf“. Am Freitag führte die Aufführung zu einem schweren Preisanstieg der Ölnotierungen. Mit der realen Marktlage hat die Teuerung nichts zu tun. Zwar sind Fehlmengen aus den Unruheregionen Afrikas und des Mittleren Ostens zu beklagen. Die können derzeit aber ausgeglichen werden, so dass die Versorgungslage insgesamt auskömmlich ist. Finanzjongleure nutzen die Sorge vor weiteren Ausfällen für ihr Spiel ums große Geld. Das hat längst wieder die unbeherrschbare Eigendynamik wie vor drei Jahren bekommen. Auch damals wurde fiktive Knappheit gehandelt. Es gab sie nicht. Reale Ölmarktgegebenheiten werden die Aufwärtsdynamik nicht bremsen können. Sie kann sich nur selbst zerlegen in einer Kettenreaktion wie in einem kritisch gewordenen Atomreaktor. Dass es wieder so kommt, hätten die Retter des Finanzsystems nach dem großen Knall im Herbst 2008 wissen können. Sie verweigerten den Erkenntnisgewinn. Nun können wir alle nur tatenlos zusehen, wie der Finanzreaktor hochgeht. Das wird wahrscheinlich länger dauern als in 2008.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Libyen fällt als Lieferant lange aus
Nigeria droht eine Ausweitung der Rebellenaktivitäten
Sorge vor Ausweitung der Unruhen auf Saudi Arabien
OPEC-Exporte rückläufig
US-Konjunktur läuft besser als erwartet
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an
Dollar sinkt

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Insgesamt hohe US-Bestände
Markt ausreichend mit Öl versorgt
Dreifache Katastrophe in Japan
Staatsschulden in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise wurden am Freitag in die Höhe getrieben. Der Sinkflug des Dollars konnte die Wucht des Ölpreisanstiegs nicht ausreichend abfedern. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Konstellation „Dollar runter, Öl rauf“ über längere Zeit erhalten bleiben wird. Dabei könnte als bestes der denkbaren Ergebnisse ein Anstieg der Heizölpreise verhindert werden. Für den so sehnsüchtig erwarteten Preiseinbruch sehen wir keine Grundlage. Er wird nach Lage der Dinge nicht kommen. Deshalb ist Abwarten im Fall eines fast leeren Tanks eine schlechte Kaufstrategie. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab.

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