Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Der Markt beruhigt sich

Die Daten über die US-Vorräte fielen gestern gut aus. Das drückte auf die Preise ohne zu extremen Bewegungen zu führen. Es scheint dem Markt gut zu tun, dass die Fonds sich weitgehend aus dem Geschäft zurückgezogen haben. Damit werden übertriebene Preisausschläge seltener.

Die fundamentalen Umstände haben sich in den letzten Wochen gut entwickelt. Durch die Entschlossenheit der OPEC, die Märkte ausreichend mit Öl zu versorgen, besteht die Möglichkeit, die knapp gefüllten Lager nun ausreichend zu füllen. Analysten schätzen, dass die OPEC im Juli die imponierende Menge von gut 30 Mio. Barrel pro Tag liefern wird.

Rückblickend betrachtet haben sich die Vorräte in den letzten Wochen besser entwickelt, als die Preissituation dies glauben macht. Seit Anfang April steigen die US-Vorratszahlen kontinuierlich an. Der Aufbau geht zwar äußerst langsam vonstatten, aber er weist stetig nach oben. Die Rohölvorräte haben den höchsten Stand seit August 2002 erreicht. Dass die Vorräte dennoch immer wieder für negativen Diskussionsstoff sorgen, liegt an der weiterhin nicht beruhigenden Lage des Benzins. Hierfür sind fehlende Raffineriekapazitäten verantwortlich.

Die gestern veröffentlichten Daten über die Entwicklung der US-Vorräte setzt die positive Serie fort. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten folgende Zahlen:

Rohöl: +2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergeben sich Zuwächse von 2,3 bzw. 9,1 Mio. Barrel. Die Zahlen sind widersprüchlich. Die Märkte goutierten sie zurückhaltend. Die Importe laufen auf hohem Niveau weiter. Die Raffinerieverfügbarkeit gibt keinen Anlass zur Klage.

Angesichts der positiven Lagerentwicklung sollten die Preise durchaus deutlicheren Hang zum Sinken zeigen. Sie werden allerdings von Sorgen über die Sicherheit und über die Zukunft daran gehindert. An erster Stelle steht die Terrorgefahr. Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Ängste berechtigt sind. Im kurz- und mittelfristigen Bereich ist die weiterhin angespannte Lage um die US-Benzinversorgung zu nennen. Und langfristig wirkt sich die rasante Zunahme der Nachfrage unter Führung Chinas belastend aus.

Norwegen meldet in diesen Tagen Streiks der Ölarbeiter mit deutlichen Lieferausfällen. Die haben momentan wenig Einfluss auf die Preisbildung. Der negative Tatbestand wird durch die positiven Aussagen über die OPEC-Lieferfähigkeit neutralisiert.

Charttechnisch scheint sich nach dem Rückzug der Fonds ein neues Bild zu entwickeln. Noch bewegt sich die Preislinie am unteren Rand des Aufwärtstrends auf der Suche nach einer Richtung. Für einen Durchbruch nach unten gibt es kein klares Zeichen. Aber ausgeschlossen werden sollte er nicht mehr.

Der Dollar zeigt in letzter Zeit eine Seitwärtsbewegung. Auch hier ist eine eindeutige Richtung nicht abschätzbar.

Der Gasölpreis liegt heute Morgen mit 314,50$ pro Tonne am unteren Ende der gestrigen Handelsspanne. Große Ausschläge sind derzeit nicht zu erwarten.

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Veränderung. Im Durchschnitt pendeln sie um die Marke von 0,375 EUR bei 3000 Liter Liefermenge. Viele Verbraucher wollen einen Preis von unter 0,350 EUR sehen, um sich zum Kauf zu entschließen. Es sieht momentan nicht so aus, als sollte der gewünschte Preisrückgang eintreten. Eher tendiert der Markt zu einer gewissen Stabilität auf dem aktuellen Niveau. Wir wollen die Möglichkeit eines deutlichen Preisrückgangs natürlich nicht ausschließen. Allerdings besteht die Gefahr einer übertriebenen Nachfrage im Falle seines Eintreffens. Der müsste der Handel dann mit Preissteigerungen entgegenwirken.

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