Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Der Weltmarkt dreht

Gestern drehten Ölnotierungen deutlich ins Minus. Nur der für die Heizölpreise maßgebliche Gasölpreis behielt seine Stärke bei. Zur allgemeinen Wende der Preisrichtung hat maßgeblich die Meldung beigetragen, dass es Absprachen zwischen den USA und Saudi Arabien geben soll, nach denen die Scheichs die Ölpreise senken wollen, um die Wiederwahl Georg W. Bushs als Präsident zu unterstützen.

Die Preiswende trifft bei Händlern auf große Skepsis. Der vorherrschende bullische Trend steht auf einem festen Fundament aus Krieg und Terror, knappen US-Ölvorräten und Problemen mit der Benzinversorgung, einem gewaltigen Öldurst der Chinesen und einem weniger stark wachsenden Ölangebot der Nicht-OPEC-Länder als ursprünglich angenommen.

Saudische Ölexperten sind sich dagegen sicher, dass der Ölpreis wieder in das Band zwischen 22$ und 28$ zurückkehren wird. Aktuell kostet der OPEC-Korb 32,85$. Man ist geneigt zu sagen, sie können ja etwas dafür tun. Und genau das wollen sie auch, folgt man den Einlassungen von Bob Woodward in seinem neusten Buch. Woodward ist der einflussreiche Journalist der Washington Post, der einst die Watergate Affäre auslöste. Er will wissen, dass die Saudis zu Gunsten von Bush junior am Ölhahn drehen wollen. Die US-Regierung bestreitet die Richtigkeit der Passage des Buches.

Während sich die Broker etwas verwirrt mit dieser atemberaubenden Story auseinandersetzen müssen, gibt es in Saudi Arabien Sprengstofffunde, die auf geplante Terroraktivitäten hinweisen. Diese Funde und die kaum noch kontrollierbare Lage im Irak und in Palästina stehen gegen die Möglichkeit, dass Öl demnächst billiger wird.

Z.Z. sieht es eher so aus, als seien nachgebende Preise die natürliche Gegenbewegung, die zu einer langfristigen Aufwärtsbewegung gehört. Die gestrige Abwärtsbewegung wird von der Nachricht gestützt, dass es einen Verhandlungserfolg für einen Waffenstillstand zwischen den US-Truppen und ihren Gegnern im irakischen Falludscha gibt.

Charttechnisch ist der langfristige Aufwärtstrend sehr stark. Man muss davon ausgehen, dass die Fonds auf ihn setzen. D.h., dass nach einer Gegenwelle zum Trend wieder viel Geld auf steigende Preise in den Markt fließt. Analysten sehen die Preise eher auf die 40$-Marke zurollen als auf die 22$ bis 28$-Bandbreite, die die Saudis nennen.

Der Weltölbedarf wurde übrigens von der IEA (Internationale Energie Agentur) kräftig nach oben revidiert. Bedingt durch die große Nachfrage aus Fernost braucht die Welt in diesem Jahr 80,3 Mio. Barrel pro Tag. Das ist eine Steigerung von gut 2% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig senkte die IEA ihre Prognose für das Ölangebot der Nicht-OPEC-Staaten. Die Abhängigkeit von unsicherem OPEC-Öl wächst also.

Der Dollar zeigte gestern wenig effektive Bewegung.

Der Gasölpreis steht heute Morgen fast unverändert zu gestern Früh. Die Tonne kostet 306$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich wenig. Wir halten einen kleinen Preisrückgang auf Grund der kurzfristigen Stimmung am Weltmarkt für möglich. Langfristig müssen Verbraucher nach dem aktuellen Stand der Dinge mit anziehenden Preisen rechnen. Es empfiehlt sich, ein neues Verständnis von teuer und billig für die Heizölpreise zu entwickeln. Man muss damit rechnen, dass die aktuellen Preise nicht mehr als teuer anzusehen sind, was sie in einem Jahresvergleich wären, sondern als mittelmäßig bis preiswert.

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