Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Der zweite Versuch

Die US-Vorratsdaten zeigen einen unerwarteten Aufbau beim Rohöl. Das eröffnet den Preisen einen erneuten Versuch, nach unten durchzustarten. Neben dem exorbitanten Anstieg vom Vortag sieht die gestrige Abwärtsbewegung allerdings mickrig aus.

Die Meldungen über die US-Vorräte durch API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) fallen in dieser Woche ähnlich aus. Auf vollkommende Übereinstimmung treffen die Rohöldaten mit einem ausgewiesen Bestandsaufbau von 2,9 Mio. Barrel zur Vorwoche. Ebenfalls nahe beieinander liegen die Aussagen über die Benzinentwicklung mit ?0,5 und ?0,1 Mio. Barrel zur Vorwoche. Lediglich bei Heizöl und Diesel gehen die Zahlen auseinander. API meldet unverändert und DOE gibt einen Abbau von 2,3 Mio. Barrel zur Vorwoche an. Die letzte Zahl hätte fast dafür gesorgt, dass der Preisanstieg fortgesetzt wird. Aber die guten Zahlen beim Rohöl konnten die Händler zu Verkäufen ihrer Ölkontrakte animieren.

Die Importzahlen der USA fallen ebenfalls gut aus. Rohöl- und Heizöleinfuhren liegen deutlich über den Vorjahresmengen.

Die Drei-Jahres-Sicht auf die Gesamtvorräte zeigt ein Plus von rund 3% im 12-Monatsvergleich, ein Minus von 5% im 24-Monatsvergleich und ein Plus von rund 5% im 36-Monatsvergleich. Demgegenüber notiert Rohöl der Marke Brent mit einem Plus von 19% im 12-Monatsvergleich, einem Plus von 36% im 24-Monatsvergleich und einem Minus von 12% im 36-Monatsvergleich. Fundamental wäre ein Preisrückgang also fällig.

Das Wetter bleibt ebenfalls ein Argument für fallende Preise, während einige defekte Öleinrichtungen, Raffinerien und Pipelines leicht bullische Impulse beisteuern.

Charttechnisch wird der Anspruch auf einen Preisrückgang derzeit nicht untermauert. Als Folge einer übermächtigen Aufwärtsbewegung am Dienstag deutet sich eher ein Fortgang des Aufwärtstrends an.

Der Dollar setzte seinen Hang zum Kontra gestern fort. Er verteuerte sich zum Euro. Der relative Anstieg fiel aber geringer aus als der Preisabstieg des Öls.

Gasöl verbilligte sich im Tagesverlauf. Heute Morgen kostet die Tonne 274$.

Unsere Heizölpreise geben leicht nach. Sie bleiben dennoch auf einem eher hohen Niveau. Der Preischart zeigt wenig Aussicht auf fallende Preise. Er hat einen klaren Aufwärtstrend. Es gibt sachliche Gründe für fallende Preise. Daher muss man die Hoffnung auf eine Umkehr nicht begraben. Kurzfristig darauf zu spekulieren, ist aus unserer Sicht aber unangebracht. Wer einen fast leeren Tank hat, sollte auf keinen Fall mit der Bestellung warten.

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