Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Des einen Freud, des anderen Leid

Die Stimmung an den Börsen ist gut. Das kann Ölheizern nicht gefallen. Sie bezahlen für die Gewinne der Finanzszene. Natürlich sind auch ein paar private Spekulanten in Ölpapieren engagiert. Deren investiertes Vermögen darf man allerdings als Peanuts bezeichnen. Ob diese Kleinspekulanten zocken oder hedgen, ist nicht bekannt. Von Hedgen spricht man, wenn der Zock der Preissicherung dient. Das kann beispielsweise die Absicherung eines anstehenden Heizölkaufs sein. So bot es sich im August bei einem Stand von 74 Dollar pro Barrel an, ein Rohölpapier zu kaufen. Heizöl kostete damals rund 64 Cent pro Liter bei 3000 Liter Liefermenge. Heute muss man für das Heizöl rund 70 Cent bezahlen. Das Ölpapier kann man für 88 Dollar verkaufen. Der Gewinn aus dem Papier deckt bei korrekter Wahl der Absicherungssumme die Mehrkosten für das Heizöl. Aber Vorsicht, das Ölpapier wird in Dollar gehandelt. Dessen Wertänderung muss man auch hedgen. Wie man sieht, ist ein Sicherungsgeschäft eine komplizierte Angelegenheit. Die richtigen Finanzjongleure stürzen sich gerade in Kontrakte auf Nordseeöl Brent und auf Benzin. Diese Ölwerte sind Vorreiter der aktuellen Ölpreisrallye. Begünstigt wird sie durch fallende Dollarnotierungen. Mit neuen Erkenntnissen aus der Realwirtschaft hat das alles wenig zu tun, wenn man mal von der Behauptung absieht, dass der Benzinmarkt in Fernost angespannt sein soll.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Fallende Dollarnotierungen
US-Immobilienmarkt zeigt sich erholt
Freundliche Wirtschaftsdaten aus den USA und aus China
Asien fragt mehr Ölprodukte nach
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose leicht an

preisdrückende (bärische) Einflüsse: China wird Leitzins anheben müssen
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
Euroraum im Schuldendrama

Unsere Heizölpreise haben ihren sieben Monate währenden Seitwärtstrend nach oben durchbrochen. Dafür sorgte die Ölpreisrallye an den Börsen. Der fallende Dollar kann dem Gewinn beim Öl nicht ausreichend Paroli bieten. Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Sie deutete sich seit zehn Tagen an und sie wird vermutlich weitere Preishochs bringen. Einen Preisanstieg im Stil der Jahre 2007 und 2008 erwarten wir allerdings nicht. Dazu fehlt den Finanzjongleuren heute die Berauschtheit. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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