Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Die Börse zeigt ihre positive Seite

Eine verbraucherfreundliche Woche schloss am Freitag mit weiteren Preisabschlägen. Marktteilnehmer zeigten sich sehr nervös. Fluchtartig verließen sie ihre Engagements auf steigende Preise. Fundamental hat sich dabei nichts geändert. Die Rohölversorgung ist gut. Die Versorgung mit Heizöl und Diesel ist kritisch. Der Dollar war gefragter als der Euro. Er gewann an Wert.

Der Ausstieg der großen Spekulanten aus den Long-Positionen für Rohöl begann Anfang April. Mittlerweile sind fast dreiviertel des Überhangs abgebaut. Aber immer noch ist der Anteil an Papieren auf steigende Kurse überdurchschnittlich groß. Daraus lässt sich weiteres Potential für fallende Preise ableiten aber auch ein nach wie vor bullisch einzuschätzendes Marktumfeld.

Charttechnisch sieht es nach einem Fortgang des Preisabschlags für Rohöl aus. Für Heizöl ist das Bild weniger deutlich. Ähnlich verhält es sich mit dem Engagement der Spekulanten. Ihre Meinung zum Heizölgeschäft ist lediglich leicht bullisch. Die große Spekulation findet mit Rohöl und Benzin statt.

Das ist bemerkenswert, denn die Rohölversorgung hat sich in den letzten Monaten als sehr stabil herausgestellt. Und selbst die oft preistreibende Benzinversorgung, die den Durst der US-Autoflotte kaum zu stillen vermag, steht in diesem Frühjahr besser da als in den Vorjahren. Wirkliche Knappheit herrscht dagegen in den Heizöl- und Diesellagern. Dass die angesichts knapper Raffineriekapazitäten und einer immer schneller wachsenden Nachfrage insbesondere nach Diesel in absehbarer Zeit wieder auf einen grünen Zweig kommen können, ist alles andere als selbstverständlich.

Das Problem ist erkannt und wird seit geraumer Zeit von wichtigen Beobachtern gegeißelt. Mittlerweile haben viele Staaten und Gesellschaften reagiert. In diesem Jahr werden die Raffineriekapazitäten um 1 Mio. Barrel pro Tag wachsen. Im vergangenen Jahr waren es 0,7 Mio. Barrel pro Tag. Es geht also voran. Wirklich spürbar werden die Maßnahmen allerdings erst in einigen Jahren sein. Dass an den Märkten derzeit trotzdem eine Bewegung ins Bärenlager zu verzeichnen ist, liegt u.a. an einem erwarteten Abschwung des Wirtschaftswachstums und der Nachfragesteigerung.

Um den zu verhindern will George Bush beim Aufbau von Förder- und Verarbeitungskapazitäten schnell handeln. Neben der Förderung im Naturschutzgebiet von Alaska sollen Raffinerien auf stillgelegten Militärgeländen erstellt werden. Damit will der Präsident umständliche Genehmigungsverfahren umgehen lassen. Kritiker werfen ihm vor, Energiesparpotenziale und Effizienzverbesserungen zu vernachlässigen. Die USA haben große Möglichkeiten, die Energiebilanz durch derartige Maßnahmen zu verbessern. Genau das will Bush von China und Indien. Er fordert diese Länder auf, ihren Energieverbrauch zu drosseln.

Das Problem beim Bau von Raffinerien ist eine immer noch unsichere und ungenügende Renditeaussicht. Weder mit der Verarbeitung noch mit dem Verkauf von Ölprodukten verdient man sicher gutes Geld. Daran sind u.a. staatliche Preisbindungen in vielen Ländern Schuld. Das große Geld wird dagegen bei der Förderung gemacht. So ist es auch erklärlich, dass in den USA und Kanada der Löwenanteil der Investitionen in diesen Bereich fällt. Raffinerien bekommen lediglich 6,4% des Budgets ab.

Der Gasölpreis fällt heute Morgen kräftig. Die Tonne kostet 451,50$. Der Preisabschwung nimmt kurzfristig seinen Lauf.

Unsere Heizölpreise fallen. Der Weltmarkt macht starke Vorgaben. Es sieht so aus, als sei der Rückgang im kurzfristigen Bereich stabil. Damit ist in der nächsten Zeit eine gute Kauflage zu erwarten. Für die zweite Jahreshälfte sind wir sowohl auf Grund der langfristigen Entwicklung der letzten Jahre als auch auf Grund der nach unserer Ansicht kritischen Versorgungslage bei Heizöl und Diesel weiterhin auf steigende Preise eingestellt.

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