Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Die Entdeckung des Dualismus

Seit Wochen ist zu beobachten, dass sich keine eindeutige Stimmung an den Ölmärkten etablieren kann. Die nach dem Kriegsende im Irak auf fallende Notierungen eingestellte Grundeinstellung wird durch einzelne preistreibende Meldungen kontrakariert. In Summe ergab sich dabei ein Seitwärtstrend. Wir warten momentan auf die abfallende Welle der Bewegung. Aber selbst die will sich nicht einstellen.

Mit den gestern veröffentlichten Daten über die US-Ölvorräte setzt sich die neue Tendenz zur Widersprüchlichkeit oder zum Dualismus fort. Man kann es auch als die Weigerung der Ölwelt, ihre fundamentale Verfassung preiszugeben, verstehen. Damit bleibt der Psychologie und der Charttechnik die Steuerung der Preise überlassen.

Vorratsdaten werden in den USA von zwei Institutionen erhoben, dem staatlichen DOE (Department of Energy) und dem unabhängigen API (American Petroleum Institute). Ihre wöchentlichen Meldungen fallen häufig unterschiedlich aus. Gestern war der Unterschied allerdings bemerkenswert groß. Die Rohölvorräte wurden mit einem Minus von 4,5 Mio. Barrel und einem Plus von 0,6 Mio. Barrel angegeben. Und diesen Werten entsprechend reagierten die Preise. Die Enttäuschung über den sehr starken Rückgang trieb sie um weit über einen Dollar in die Höhe. Doch irgendwann setzte sich die kleine positive Zahl durch und die Preise fielen wieder ab. Am Ende hinterließen sie einen Anstieg, der gerade noch in den Rahmen der Seitwärtstendenz passt.

Die Vorräte für Heizöl, Diesel und Benzin wurden ebenfalls sehr unterschiedlich angegeben. Schließlich kommen aber beide Institutionen zu der Feststellung, dass die Gesamtvorräte über alle Produkte in der letzten Woche zulegen konnten. Eingehendes Rohöl wurde also sofort von den Raffinerien verarbeitet.

Der erste heftige Preisanstieg sollte mit der zuletzt genannten Erkenntnis weiter kompensiert werden. Der Gasölpreis verhält sich heute Morgen auch entsprechend. Mit 226$ pro Tonne liegt er unter der gestrigen Spitze allerdings noch über dem Tagesmittel.

Unsere Heizölpreise zogen es mal wieder vor, die Turbulenzen auszubremsen und bewegten sich wenig. Die Zuckungen um das sehr tiefe Niveau sollten für Käufer irrelevant sein. Wir warten weiterhin auf leichte Preisrückgänge, die aber eher für Spieler interessant sind. Die Preise sind unabhängig von den kurzfristigen Bewegungen so gut, dass sie unbedingt für größere Einkäufe genutzt werden sollten.

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