Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Die Heizölpreise sind in der Gesamtschau günstig

Die Ölpreise machten am vergangenen Freitag einen Sprung nach oben. Dies wird vor allem mit technischen Gründen erklärt. Einige Spekulanten hatten sich auf fallende Kurse eingestellt. Die gehandelten Kontrakte laufen aber monatsweise aus. Wenn der Monat gewechselt wird und man nicht real Öl kaufen will, muss man die sog. Paperbarrels wieder loswerden und sich mit Kontrakten für den Folgemonat eindecken. Das führt häufig zu Preisverwerfungen an eben solchen Wechseltagen. Grundsätzlich herrscht weiterhin die Meinung, dass das Öl in der nächsten Zeit günstig bleiben wird. Einige Analysten gehen sogar davon aus, dass es noch billiger werden könnte. Zum einen tragen die Förderländer mit unveränderten oder erhöhten Fördermengen dazu bei, während auf der anderen Seite die Nachfrage weiter schwächelt. So wird z.B. erwartet, dass auch Russland mehr Öl exportieren wird, weil die Binnennachfrage aufgrund der Sanktionen weiter nachlässt. Am Wochenende hatte zudem der saudische Ölminister von einer leichten Erhöhung der Produktion gesprochen. Die saudische Förderung betrüge demnach 10 Mio Barrel pro Tag. Der Konflikt im Jemen wiederum hat kaum Einfluss auf die Preisbildung. Der Jemen fördert ungefähr so viel Öl wie Dänemark und spielt im weltweiten Orchester der Förderländer eine untergeordnete Rolle. Leider hängt die Heizölpreis-Entwicklung nicht nur vom Ölpreis ab.

Der Euro hatte am vergangenen Freitag zulegen können. Die Nachrichtenlage ist aber dünn. Die Politik schweigt zum Thema Griechenland laut. Auswirkungen sind aber nicht zu spüren. Anders als beim Öl führt der Wertverfall des Euros zu höheren Heizölpreisen, da der Import in Dollar abgerechnet wird. Das bedeutet ganz einfach, man muss zuerst Dollar kaufen, um dann Öl kaufen zu können. Wird eines der beiden teurer, wird Heizöl teurer. Die amerikanische Notenbank hatte in der letzten Woche zwar weiterhin die Zinsanhebung in Aussicht gestellt, aber Analysten gehen derzeit davon aus, dass sie sich mit der Anhebung so viel Zeit lassen wird wie möglich. Im Devisenbereich müssen sich die Heizölkunden trotzdem im laufenden Jahr auf schlechtere Bedingungen einstellen. Eine Parität zwischen Euro und Dollar gilt als wahrscheinlich.

Heute Morgen gibt es noch keine neuen Impulse. Die Öl-Notierungen liegen leicht unter dem Niveau der Schlusskurse vom Freitag. Im Vergleich zu Freitagmorgen ergibt sich folgendes Bild. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 521,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 45,85 Dollar und in London zu 54,73 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9249 Euro . Damit kostet der Euro 1,0812 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich nur wenig. Sie bleiben im Durchschnitt im Seitwärtstrend der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz am unteren Rand des Trendkanals. Die Binnennachfrage ist weiterhin belebt. Auswirkungen auf die Lieferzeiten gibt es aber nicht.

Die Heizölverbraucher in Deutschland kaufen wieder auf dem zweithöchsten Niveau. Damit halten diejenigen, die zurzeit Heizöl benötigen, die aktuellen Heizölpreise für gute Kaufpreise. Die Hoffnungen auf tiefere Preise haben leicht zugenommen und sind um 6 Prozentpunkte auf 82 Prozent gestiegen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an.

Die Beobachter müssen wir darauf hinweisen, dass in ganz Deutschland das mathematische Tiefpreis-System einen guten Kaufmoment anzeigt. Damit ist der aktuelle Heizölpreis im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit gut. Die Gefahr, dass man sich verspekuliert, wächst demnach. Oder anders ausgedrückt, wenn man jetzt kauft, kann man sich keine Vorwürfe machen.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Der anhaltend schwache Euro dementgegen nicht. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation fest.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Sie sparen im deutschen Durchschnitt bei einer 3.000-Liter-Lieferung 567,- Euro gegenüber dem Vorjahr. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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