Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Die Margen beziehen Prügel

Der Preisanstieg am Weltmarkt legte gestern eine Pause ein. Der Dollarkurs setzte seinen Abwärtstrend fort. Und die heimischen Heizölpreise üben in einer teilweise rasanten Abwärtsbewegung den Anschluss an den Weltmarkt.

Die bedeutendste Bewegung war gestern hausgemacht. Obwohl die Lager entlang des Rheins noch leer sind, führte die Aussicht auf normale Verhältnisse als Folge zunehmender Pegelstände zu einem Preisruck. Unterstützt wird er z.Z. durch Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Heizöl verbilligte sich gestern im Mittel um fast 4%. Neben dem Rheinwasser steckt in dieser Zahl auch etwas Dollarschwäche. Den Löwenanteil des Preisrückgangs bekamen der Westen und Süden ab. Hier betrug er bis zu 6%. Der Norden hat kein Margenpolster. Daher gibt es hier auch keinen Verfallsgrund. Die 2%ige Abwärtsbewegung geht fast ausschließlich auf den Dollar zurück.

Die weiteren Aussichten sind kurzfristig gut. Im Westen und Süden gibt es trotz des gestrigen Preisrutsches weiteres Abwärtspotential.

Entgegen der erfreulichen Entwicklung im Inland ist die Stimmung am Weltmarkt eher bullisch. Zwar gibt es auch dort kurzfristig die Aussicht auf leicht fallende Preise, weil der Aufwärtstrend zunächst ausgereizt ist. Aber insgesamt muss man davon ausgehen, dass Störungen der Versorgung die Preise hoch halten.

In Nigeria werden von der Regierung Anstrengungen unternommen, die Auswirkungen des Streiks vom Ölexport fernzuhalten. Die Ereignisse im April dieses Jahres zeigten, dass sich das kaum durchhalten lässt.

Innerhalb der OPEC wird über weitere Kürzungen geredet. Dahinter steckt einerseits die Unsicherheit über die Mengen, die der Irak in Zukunft abliefern kann. Andererseits wird diesen Gerüchten ein Zusammenhang mit der aggressiven Haltung Israels angedichtet. Pessimistische Auguren meinen, eine Vorbereitung der Ölwaffe zu erkennen. Allein die Spekulation hierüber verschafft den Ölpreisen ein beachtliches Aufwärtspotential. Sollten sich diese Gerüchte verdichten, ist an den Märkten eine ähnliche Stimmung wie vor dem Irakkrieg zu erwarten.

Schließlich gibt es latente Sorge um die Winterversorgung mit Heizöl in den USA, die den Preisen etwas Auftrieb verschafft.

Der Dollar scheint uns Europäern aber gewogen zu bleiben. Der Abwärtstrend hat erstaunliche Stabilität. Man ist geneigt, mit ihm als fester Größe zu rechnen. Damit hätten wir ein kleines Schutzschild gegen steigende Ölpreise.

Die Gasölpreise ziehen heute Morgen etwas an. Sie bleiben, nachdem sie gestern schwächelten, aber noch knapp unter der 250$-Marke. Die Tonne kostet zur Stunde 249,75$.

Unsere Heizölpreise verbreiten gute Stimmung. Das gilt mindestens für den Westen und Süden der Republik. Nach der unerwartet schnellen Auflösung der hohen Inlandsmargen als Folge der Probleme mit der Rheinschifffahrt sausen sie abwärts. Die Tendenz sollte heute anhalten. Allerdings wird Heizöl selbst nach Auflösung des gesamten Potentials, das sich in den letzten Wochen aufgebaut hat, auf einem mittleren Preisniveau bleiben. Die gute Stimmung ist also nur darauf zurückzuführen, dass die Übertreibung beendet wird. Sie wird in wenigen Tagen vergessen sein. Wer einen Wintervorrat benötigt, sollte sich von der aktuellen Stimmung zu einem Kauf inspirieren lassen.

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