Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Die Preise haben Flügel

Nun ist es geschehen. Die Ölpreise durchbrachen ihren kurzfristigen Abwärtstrend. Dieser Umstand kommt nicht unerwartet. Er deutete sich seit Tagen an. Den ultimativen Kick zum Durchbruch gaben freundliche Arbeitsmarktdaten für die USA. Sie werden als Zeichen einer bevorstehenden Konjunkturaufhellung gewertet. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte deutliche Spuren zeigen. Mehr als die Prognose wurde bisher allerdings nicht geliefert. Momentan reicht das, um die Finanzszene in Aktien, Rohstoffe und vor allen Dingen ins Öl zu treiben. Sollten keine harten Fakten folgen, droht der erneute Absturz. Dass die Fakten kommen, ist angesichts der allgemeinen Schuldenlage alles andere als sicher.

Der reale Ölmarkt hat nur bedingt etwas mit der aktuellen Preisrallye zu tun. Zwar wird das Wort Knappheit nach der überraschend starken Verbrauchssteigerung des letzten Jahres greifbarer. Die Vorstellung, dass das Ölangebot bald nicht mehr die globale Nachfrage befriedigen kann, droht zur Tatsache zu werden. Heute ist der Markt aber überversorgt. Rohöllieferanten können ihre Produktion zu den üblichen Marktpreisen nicht mehr vollständig absetzen. Sie müssen Teilmengen auf Lager legen.

Auf Lager liegen auch große Mengen bei den Verbraucherstaaten. In den USA befinden sich die Vorräte seit über zwei Jahren auf historischem Höchstniveau. Jede Rückgangsphase wurde als Zeichen der anziehenden Konjunktur gefeiert. An der außergewöhnlichen Höhe der durchschnittlichen Bestände hat sich bisher aber genauso wenig geändert wie an der unbefriedigenden Konjunktur. In den letzten Wochen überwiegt wieder einmal der Rückgang. Zuletzt schlug sich dieser Umstand in der Preisentwicklung nieder. Das gilt auch für die jüngsten Bestandsdaten. Zwar weichen die Nennungen durch DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) erheblich voneinander ab. Ihre Tendenz ist aber eindeutig fallend. Die Veränderung zur Vorwoche lautet in Zahlen wie folgt:

Rohöl: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,7 (DOE) bzw. 6,7 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt weiterhin schwache 81 Prozent.

Zusammenfassend ergibt sich für die Ölpreisentwicklung eine Situation, deren bullische Ausprägung von überdurchschnittlich starker Nachfragesteigerung und geringer zunehmendem Angebot gekennzeichnet ist. Sie hat aber auch eine bärische Ausprägung. Diese resultiert aus der Schuldenlage in den alten Industrienationen und den daraus folgenden Rezessionsgefahren bis zu Wirtschaftszusammenbrüchen. Regierungen stemmen sich mit mehr oder weniger sinnvollen Mitteln gegen die Entwicklung. Gelöst wurde sie bisher in keinem gefährdeten Land.

Heute Morgen ist kein Abriss der rasanten Aufwärtstendenz an den Ölbörsen zu beobachten. Die Preise werden sich wohl weiter erheben. Die Tonne Gasöl kostet 996,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,74 und in London zu 118,27 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 69,64 Eurocent.

Unsere Heizölpreise setzen ihren Aufstieg fort. Sie haben das Junihoch erreicht. Es gibt kaum einen Zweifel, dass sie es deutlich übertreffen werden. In den Dreijahresansichten der regionalen Heizölpreischarts (Nord, Ost, West, Süd) erscheint der jüngste Preisrückgang mittlerweile wie eine außergewöhnliche Episode. Man muss schon ein unverbesserlicher Optimist und harter Spekulant sein, um in dieser Lage nicht gänzlich den Glauben an tiefere Heizölpreise zu verlieren. Wir haben ihn bis auf weiteres verloren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen