Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Die Preise würden sinken

Fonds zeigen Bereitschaft, sich von ihren Positionen auf steigende Preise zu lösen. Aber eine fortwährende Kette von Negativmeldungen hält die Preise hoch. Der heimische Heizölmarkt wird von einer stabilen Dollarteuerung geplagt.

Am Donnerstag wurde die wage Hoffnung auf eine Wende im US-Benzingeschäft zunichte gemacht. Behörden beendeten die Diskussion um eine Lockerung der Umweltschutzbestimmung mit ihrer Ablehnung. Die Lockerung sollte eine stärkere Eigenproduktion und eine breite Importbasis schaffen. Viele alte Raffinerien sind nicht in der Lage, das schwefelärmere Benzin zu produzieren. Und Ware aus Europa, Venezuela und Russland entspricht nicht den neuen Spezifikationen. Die Ablehnung wurde von den kapitalstarken Raffineriegesellschaften, die Milliarden in die Erneuerung der Anlagen gesteckt hatten, begrüßt. Sie können nun in einem angebotsschwachen Markt auf gute Renditen hoffen. Die US-Verbraucher werden diese mit hohen Benzinpreisen bezahlen müssen.

Das Benzinthema hielt die Preisentwicklung für Öl im Aufwärtstrend. Wäre die Sache anders gelaufen, hätte es in der letzten Woche wahrscheinlich einen Trendbruch gegeben. Am Freitag beruhigten sich die Wogen. Die Ölpreise hielten sich am unteren Ende des Trendkanals.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Terroraktionen im Irak sich wieder gegen Öleinrichtungen richten würden. Am Wochenende war es soweit. Selbstmordattentäter versuchten mit Sprengstoff beladene Boote in das Ölterminal nahe Basra zu lenken. Die Bomben trafen ihre Ziele nicht richtig. Daher blieb das Terminal relativ unversehrt. Es wurde dennoch vorübergehend geschlossen. Heute soll es wieder freigegeben werden. Von der Schließung wurde eine Ölladung für Japan betroffen, die nicht abgeschickt werden konnte. Tokioter Händler reagierten darauf mit Preissteigerungen im Montagshandel.

Die Märkte werden in dieser Woche durch bullische Argumente, die hauptsächlich aus der unsicheren politischen Lage in der Golfregionen und im Nahen Osten abgeleitet werden, und durch bärische Spekulationen über die Wahlhilfe der Saudis für George W. Bush durch eine Erhöhung des Ölangebots bewegt. Dass es dabei zu einer deutlichen Veränderung des aktuellen Preisniveaus kommt, scheint wenig wahrscheinlich zu sein.

Der Dollar wird seine Erholung vermutlich fortsetzen. Es sieht nach einem äußerst stabilen Trend aus, der sich negativ auf die heimischen Heizölpreise auswirkt. Die US-Währung wird die Preisentwicklung für Heizöl wahrscheinlich stärker beeinflussen als der Weltmarkt für Ölprodukte.

Der Gasölpreis zeigt sich heute Morgen nur wenig verändert zu Freitag. Der Preis für die Tonne bleibt mit 291,50$ unter der 300$-Marke.

Unsere Heizölpreise entwickelten sich den Umständen entsprechend freundlich. Sie befinden sich zwar weiterhin unweit eines 12-Monats-Hochs. Aber ihre Bewegungsrichtung ist rückläufig. Mit deutlich reduzierten Preise sollten Verbraucher dennoch nicht kalkulieren. Der Dollar wird stärkere Rückgänge verhindern. Das aktuelle Niveau ist zwar im Jahresvergleich hoch, in einer Drei-Jahres-Ansicht ist es aber mittelmäßig. Und auf die Zukunft projiziert ist es möglicherweise sogar günstig. Das Motto ?alles wird teurer? werden Verbraucher auch für die Energiepreise akzeptieren müssen.

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