Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Die Regel die keine ist

An den Märkten wird momentan Winter gehandelt. Mangels anderer Erkenntnisse wird die Preisbildung an die Temperaturen geknüpft. Und die sind tief. Der Heizölpreis avanciert in New York zum Schrittmacher der Ölpreise. Der stabile Aufwärtstrend nimmt ungefährdet seinen Lauf.

Fundament der stetigen Preissteigerung am Weltmarkt sind die extrem niedrigen Rohölvorräte in den USA. Heute Nachmittag gibt es neue Zahlen aus den Tanklagern. Mit überraschenden Änderungen rechnet niemand.

Uns Europäer kann die Preisbildung kalt lassen. Der Dollar hat innerhalb von zwei Jahren fast 50% seines Wertes verloren. Durch die Kompensation zeigen die Ölpreise hierzulande insbesondere in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Stabilität. Man könnte den Eindruck gewinnen, in Euro notiertes Öl wird ein Basismaß für die Weltökonomie.

Amerikaner müssen sich dem Diktat der Winterpreise beugen. Die Regel, dass Heizöl im Winter teuer und im Sommer billig ist, halten die meisten Verbraucher hierzulande für eine Art Naturgesetz. Die aktuelle Preisbildung stellt diese Regel unter Beweis. Zumindest gilt das für die USA. Aber ist die Regel wirklich eine allgemeingültige Erkenntnis? Eine Betrachtung der letzten 14 Jahre führt zu einem anderen Ergebnis.

Vergleicht man den Winterpreis mit dem Preis des Sommers vor und nach dem jeweiligen Winter, stellt man fest, dass die Regel 2 Mal stimmte und 12 Mal falsch war. Es handelt sich also um eine Regel, die keine ist. Bei den 12 als Regelverstoß identifizierten Fällen, waren die Preise 6 Mal im Winter billiger als in beiden Sommern. 6 Mal waren sie billiger als in einem der beiden Sommer. In diesen Zeiten zeigte die Preisbildung starke Trends. Die Winterpreise befanden sich in der Mitte einer Entwicklung.

Stimmig war die vermeintliche Regel nur im letzten Jahr und in diesem Jahr. Im letzten Jahr waren die Preise aber nicht winterbedingt sondern kriegsbedingt hoch. In diesem Jahr stimmt sie also das erste Mal seit 14 Jahren tatsächlich. Allerdings gilt das nur für die USA, nicht für Europa.

Heute Morgen ziehen die Gasölpreise leicht an. Die Tonne kostet 288$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Wieder befinden sie sich im ausgleichenden Spannungsfeld von Weltmarktpreisen und Dollarkursen. Deutliche Veränderungen dieser Lage sind nicht zu erwarten. Die Heizölpreise sind für dringende Winterkäufe in Ordnung. Zur Deckung eines Jahresbedarfs fehlt Attraktivität.

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