Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Die Schneebälle rollen wieder

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Der Bundespräsident bestätigt. Spitzenökonomen finden die Einlassungen unter ihrem Niveau. Es geht um die Feststellung, dass das Gros der Menschheit mit zweifelhaften Finanzmethoden ausgeraubt und um die Zukunft gebracht wird. Das globale Finanzsystem stellt sich in der heutigen Ausprägung als Schneeballsystem heraus, bei dem die jeweils nachfolgenden Teilnehmer nur verlieren können. Die Politik hat sich zum Komplizen der Finanzelite gemacht. Sie legitimiert die Methoden und opfert die Zukunft nachfolgender Generationen, um kurzfristig den Anschein zu erwecken, dem Wohl des Volkes zu dienen. Das Finanzsystem besteht aus Formeln und Zahlen, die man nicht essen kann, kontern Ökonomen. Es geht darum, die Formeln so anzuwenden, dass ihre Gültigkeit bestätigt wird und Menschen an sie glauben. Nur so kann Wirtschaft funktionieren.

Die Finanzbranche hat den Glauben offensichtlich nicht verloren. Zwar sind die Probleme mit dem Finanzsystem in den letzten Wochen und Tagen gewachsen, was zeitweise zu Panikattacken führte. Aktuell widmet sich die Szene aber wieder dem Kerngeschäft, aus Geld mehr Geld zu machen. Das gelingt ihr mit bescheidenem Erfolg. Jeder Erfolgstag festigt die Hoffnung auf mehr Erfolg. So ist das eben mit Schneeballsystemen.

Täglich werden irgendwelche Daten aus der ökonomischen Formelwelt veröffentlicht, die über den Zustand der Wirtschaft Auskunft geben sollen. Seit geraumer Zeit sind diese Daten relativ schlecht. Gleichwohl kommt immer wieder ein gutes Datum zum Vorschein. Dann freut man sich und sieht den Aufbau des gesamten Apparats bestätigt. Die Schneebälle rollen in diesen Momenten in die gewünschte Richtung. Gestern war das der Fall. Aktien- und Ölnotierungen stiegen. Nennenswertes aus der realen Wirtschaftswelt gibt es nicht zu berichten.

Am Ölmarkt nahm man zu Kenntnis, dass die Bestände in den USA weiter steigen. Dieser Umstand bestätigt den rückläufigen Konsum. Ihre bullische Laune ließen sich Finanzjongleure zunächst nicht verderben. Gegen Ende des Handelstags zogen sich einige Teilnehmer schließlich doch aus dem Spiel um das große Geld zurück. Die Ölpreise gaben Tagesgewinn ab. Die von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) herausgegebenen Zahlen zu den wöchentlichen Veränderungen in den US-Tanklagern lassen Raum für Interpretationen. So kann man aus den stark gefallenen Rohölvorräten irgendeine fiktive Not ableiten, die preissteigernd wirkt. Wirklich stichhaltig ist das angesichts der Gesamtlage nicht.

Rohöl: -2,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,9 (DOE) bzw. 5,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 90 Prozent. Der Wert ist gut.

Heute Morgen sind die verlorenen Gewinne von gestern Abend bereits wieder eingefahren. Der kurzfristig bullische Lauf geht weiter. Der mittelfristige Abwärtstrend ist noch intakt. Er gibt die wirtschaftliche Gesamtlage besser wieder. Die Tonne Gasöl kostet 965,25 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 85,74 Dollar und in London 111,19 Dollar. Der US-Dollar wird zu 69,15 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Sie werden von den Ölbörsen getrieben. Der Dollar hält ein wenig dagegen. Nach Lage der Dinge verstehen wir den Preisanstieg als ein temporäres Ereignis in einem eigentlich bärischen Umfeld. Allerdings gibt unser rein mathematisches Tiefpreissystem für einige Regionen eine Kaufmeldung heraus. Es kann sich um ein Fehlsignal handeln. Ausschließen lässt sich das nie. Es kann aber auch sein, dass mehr bullisches Potenzial im Markt steckt, als wir zu sehen glauben. Die Gefahr der Rückkehr zum langfristigen Aufwärtstrend darf man also nicht aus den Augen verlieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben.
Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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