Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Die Show ist vorbei

Der Mann macht Freude. Seine coole Art, die richtigen Dinge anzusprechen, ist erfrischend. Obama ist ein Hoffnungsträger für alle, die hoffen wollen. Für Börsianer, die auf neue Gewinne hoffen, für Börsengegner, die auf drastische Einschnitte der Spekulationsfreiheit hoffen, für die Wirtschaft, die auf neue Absatzchancen hofft, für die Industrie, die auf Unterstützung beim Erhalt alter Strukturen hofft, für Grüne, die sich nach regenerativen Energieträgern sehnen, für Kriegsgegner, die auf eine friedlichere Welt hoffen, für Militärs, die Konflikten wie in Afghanistan mit Härte begegnen wollen, und und und. In der letzten Woche profitierten Spekulanten von den Hoffnungen. Die Kurse stiegen, mit ihnen die Ölpreise. Nun ist die Wochenendshow vorbei. Das Patt der Hoffnungen wird erkennbar. Das drückt auf die Kurse. Es sieht so aus, als würden die jüngsten Gewinne annulliert. Für die Ölpreise bedeut das, dass sie sich einstweilen an der Marke von 50 Dollar pro Barrel orientieren werden. Kurzfristig dürften sie um diesen Wert pendeln. Und auch längerfristig gibt es kaum stichhaltige Gründe, die gegen einen Seitwärtstrend sprechen. Gleiches gilt für die Dollarentwicklung. Diese spiegelt sich nach wie vor an Aktien- und Ölmarkt.

Eigentlich kam beim G20-Gipfel mehr heraus, als man hoffen durfte. Auch wenn kein Ergebnis morgen Wirkung zeigen wird. Man ging auf einander zu, um festzustellen, dass man die gleichen Sorgen und Probleme hat. Weil das so ist, macht es Sinn, nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Anscheinend wollte niemand den anderen über den Tisch ziehen. Es gab keinen so genannten Gewinner. Das bietet die Chance, dass die Menschheit langfristig gewinnt. Aber das wird, um noch einmal Obama zu zitieren, sehr lange dauern. Die Beharrungskräfte sind groß. Die bloße Reparatur der schlimmsten Effekte der Krise ist der nahe liegende und der derzeit denkbarste Weg. Der kann über kurz oder lang zu einem Aufschwung führen. Nachhaltig wird dieser nicht sein, solange er nicht die Kernprobleme der Menschheit trifft, die Tatsachen, dass wir in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen leben und dass der aus diesen Ressourcen produzierte Wohlstand einigermaßen ausgleichend verteilt werden muss.

Ein Exempel für kurzfristigen Erfolg und langfristigen Unsinn ist die Abwrackprämie. Mit einer beispiellosen Wertvernichtung, die allenfalls besser ist als Krieg, wird ein lahmender Teil der Wirtschaft stimuliert. Es werden alte Autos in neuen Kleidern in unerwartet großer Zahl an den Mann und an die Frau gebracht. In einer Gesamtbilanz zu Energie- und Ressourcenverbrauch stellt man fest, dass das der Menschheit zur Verfügung stehende Potenzial schrumpft, ohne das sich qualitativ Entscheidendes verbessert hat. Der Mensch fuhr vorher und er fährt nachher im gleichen Stil. Die Einsparung des Spritverbrauchs wird die für die Produktion der Autos aufgewendete Energie nicht aufwiegen. Die Autos, die heute gekauft werden, werden morgen in den Verkaufsbilanzen fehlen. Dann wird die vom Lahmen befreite Wirtschaft wieder lahmen. Und die Autos mit einer wirklich verbesserten Energiebilanz werden nicht gekauft, weil das Geld bereits ausgegeben ist. Dumm gelaufen.

Ein anderes Beispiel für gut gemeint aber unzureichend gedacht ist die Initiative zur nuklearen Abrüstung. Die Trennung der Atomenergie in eine sinnvolle weil friedliche Nutzung zur Stromerzeugung und in eine sinnlose weil kriegerische Nutzung für die Bombe ist trügerisch. Wenn spaltbares Material produziert wird, was bei der Stromerzeugung geschieht, kann und wird dieses Material Zielobjekt unfriedlicher Zeitgenossen sein, die es gegen die Menschheit einsetzen wollen. Langfristig ist durch kein Kontrollsystem der Welt zu verhindern, dass derartiges Material in die falschen Hände gelangt. Zur Herstellung dieses Materials wären diese Hände nicht fähig, wenn es keine Nutzung der Atomenergie gäbe. Zur Herstellung einer Bombe sind sie fähig, weil das ungleich einfacher ist. Auch hier besteht das Grundproblem in der Missachtung der Begrenztheit des Lebensraums Erde. Wenn der menschliche Energiebedarf diese Begrenztheit akzeptierte und Menschen innerhalb dieser Begrenztheit gestalterisch tätig werden würden, bestünde das Problem der asymmetrischen Bedrohung durch Atomwaffen nicht. Denn wir würden die Atomenergie nicht nutzen.

Für die Bewegungen am Ölmarkt ist die Atomenergie irrelevant. Sie ersetzt nur wenige Ölprodukte. Das ist zwar durch Elektroautos angestrebt. Erreichbar ist es in naher Zukunft nicht. Man geht heute davon aus, dass bis 2040 kaum mehr als vier Prozent der Autos elektrisch betrieben werden. Der Heizölersatz ist hingegen durchaus Ziel der Strom- und Atomindustrie. Hier zeigt sich abermals die unzeitgemäße Denkweise eines expansiven Wirtschaftszweiges. Statt Energieverbrauch durch Baumaßnahmen zu vermeiden und damit zu geringerem Ölverbrauch zu kommen, soll dieser ohne nennenswerte Verbesserung der Primärenergiebilanz durch elektrische Heizungen wie Wärmepumpensysteme ersetzt werden. Das ist das Prinzip Abwrackprämie, ein Prinzip von gestern.

Heute Morgen wird der gestrige Ölpreisrückgang in Teilen kassiert. Eine Tendenz ist daraus nicht ableitbar. Die Tonne Gasöl kostet 444 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 51,68 Dollar. Der US-Dollar wir zu 74,90 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise geben moderat nach. Wir halten an unserer Prognose fest, dass die Entwicklung mittelfristig seitwärts verläuft. Die Nachfrage ist deutlich zurückgegangen. Frühlingshafte Temperaturen und die Hoffnung auf erneute Tiefpreise halten Käufer dem Markt fern. Auch wenn das Preisniveau über den Tiefpreisen des Vormonats liegt, ist es akzeptabel. Wer Heizöl benötigt, sollte nicht mit Restbeständen im Tank experimentieren. Trotz der moderaten Preise empfehlen wir, sich intensiv mit der Senkung des eigenen Verbrauchs auseinander zu setzen. Das ist die anstehende Aufgabe auf dem verantwortungsvollen Weg in die Zukunft. Schauen Sie hierzu mal auf www.esytrol.com.

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