Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Die Spekulanten sind zurück

Wenn man Pech hat, kommt auch noch Unglück hinzu. Das dürfte das Gefühl beschreiben, das die OPEC-Lenker beim täglichen Blick auf die Ölpreise überkommt. Erst wurden sie jäh aus der besten Phase ihres Lebens gerissen, weil spekulative Übertreibungen die weltweite Finanzarchitektur ins Wanken brachten. Dann sahen sie sich mit einem ganz realen Abwärtstrend der globalen Wirtschaft konfrontiert, der auf die Verkaufsmengen drückt. Und nun kommen die zuvor in die Flucht geschlagenen Spekulanten auch noch zurück, um zu testen, wie tief die einst erbaulichen Preise gedrückt werden können. Sie sind aggressiv bärisch eingestellt.

Wenn es ganz dumm läuft, werden in Kürze die eigenen Völker gegen sie, die Bewahrer und Lenker ihrer Systeme aufbegehren, weil die Wohltaten, die sie in den letzten Jahren ausschütteten, nicht mehr bezahlbar sind. Im Iran ist das beispielsweise subventioniertes Benzin und ein Atomprogramm, das der Nation Stolz und Stärke geben sollte. In Venezuela sind das Sozialprogramme. Die mögen durchaus positiv sein. Auf jeden Fall sind sie die Grundlage zur Stabilisierung der Macht des Präsidenten. Bevor die hohen Ölpreise diesem Hugo Chavez seine Sozialpolitik erlaubten, sah er sich der heftigen Gegenwehr einer breiten Opposition ausgesetzt. Zum Machterhalt trug zuletzt auch sein Ruf als spendabler Sozialist in ganz Lateinamerika bei. Die Spendierhosen sind nun leer. Mit ähnlichen Problemen ist Saudi Arabien konfrontiert. Es zählt zu den Ländern mit einer am schnellsten wachsenden Bevölkerung. Rasantes Bevölkerungswachstum verlangt, wenn es stabil verlaufen soll, eine ausgeklügelte Sozialpolitik. Und die kostet genau wie in Venezuela viel Geld. In all den Ländern stammen die Erlöse zum überwiegenden Teil aus den Ölverkäufen. Wenn die Erlöse ausbleiben, werden die Staaten zunächst in die Schuldenfalle und dann in die Abhängigkeit fremder Mächte getrieben. Diese Abhängigkeit wird der Befriedung und Stabilisierung der Welt nicht zuträglich sein.

Die Finanzwelt hat Schiffbruch erlitten. Nun muss sie gerettet werden. Ihre Rettung soll sie mit Regulierung bezahlen. Am Ende wird sich gleichwohl und abermals die Frage stellen, wer eigentlich wen steuert. Der folgende, nicht aus unserer Feder stammende Text beschreibt die Situation auf lyrische Weise:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muß eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Den Autor dieses zeitgemäßen Texts wollen wir nicht vorenthalten. Seinen Namen geben wir aber erst morgen Preis. So lange darf geraten werden, wann das Gedicht entstanden ist.

Schon heute, wen wundert es, geben wir die aktuellen Kurse und Trendmeldungen preis. Die Tonne Gasöl kostet 564 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 55,48 Dollar. Der Abwärtstrend steht wie eine Eins.

Unsere Heizölpreise folgen dem Weltmarkttrend. Sie fallen. Aber auch im Binnenmarkt entwickelt sich die preisliche Situation positiv. Die relative Preisüberhöhung gegenüber den internationalen Preisen und die starke Nord-Süd-Differenz sind gesunken. Mittlerweile beträgt der rechnerische Aufschlag bundesweit rund sechs Prozent. Das ist angesichts der weiterhin hohen Nachfrage und der begrenzten Versorgung über die von niedrigen Pegelständen betroffenen Wasserstraßen erklärbar. Der Heizölpreis ist attraktiv. Wir rechnen damit, dass er noch weiter nachgeben wird. Auf lange Sicht wird Heizöl aber teurer werden. Energiesparen bleibt das Thema der Zukunft. Schauen Sie sich dazu auch unser Logbuch für den Heizölverbrauch an.

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