Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Die Spielbude tobt

Die Ölpreise zogen gestern Abend kräftig an. Der entscheidende Impuls ging von der New Yorker Börse aus. Diese Tatsache passt in kein rationales Erklärungsmuster. Die Wirtschaft der USA läuft schlecht. Die Ölnachfrage des Landes sinkt. Das Ölangebot übersteigt im Mittel die Nachfrage. Temporäre Versorgungsstörungen können problemlos durch hohe Lagerbestände ausgeglichen werden. Die naheliegende Erwartung ist folglich ein sinkender Ölpreis. Derzeit kann er eigentlich nur durch politische oder eine anders geartete irrationale Einflussnahme steigen. Gestern bestand die Einflussnahme dem Vernehmen nach in Äußerungen aus Notenbankkreisen, wonach sich die US-Wirtschaft im weiteren Verlauf des Jahres positiv entwickeln soll und eine Rezession ausgeschlossen wird. Hallelujah, da ist es wieder, das Glaubensbekenntnis, an das sich die Finanzszene in diesen Tagen klammert. Natürlich wird die Wirtschaft nominell aller Voraussicht nach nicht in die Rezession rutschen, also negatives Wachstum aufweisen. De facto ist sie aber bereits rezessiv, wenn sie weniger als drei Prozent pro Jahr zulegt. Dann bietet sie nicht genügend Jobs und der private Konsum ist rückläufig. Wachstum wird in so einer Lage nur in der Finanzindustrie generiert, zum Beispiel durch Gewinne mit Ölpapieren. Den meisten US-Bürgern dient diese Form des Wachstums überhaupt nicht. Sie ärgern sich genau wie europäische Verbraucher über nicht nachzuvollziehende Preissteigerungen für Ölprodukte.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Notenbanker reden US-Wirtschaft schön
Aussicht auf neuen Geldsegen der FED
Chinas Ölkonsum wächst rasant
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Nordsee-Öl fließt unzureichend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Konjunktur läuft schlecht
EU-Konjunktur gibt nach
Nachfrageprognosen gesenkt
Libysches Öl soll bald wieder fließen
Markt gut mit Öl versorgt
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Fortbestand der EU steht in Frage

Unsere Heizölpreise ziehen deutlich an. Sie folgen den Börsen, an denen sowohl Ölpapiere als auch der Dollar in die Höhe getrieben werden. Durch diese Umstände wird der kurzfristige Aufwärtstrend der Heizölpreise bestätigt. Einmal mehr erweist sich die Börse als Spielbude mit unangenehmen Folgen für die Verbraucher. Das ist nicht immer so. Durch die Börsen können durchaus ernstzunehmende Entwicklungen der Realwirtschaft abgebildet werden. An den Aktienmärkten ist das derzeit beispielsweise der Fall. Die Entkopplung der Ölpreise erinnert hingegen eher an das Vorspiel der 2008er-Krise. Dieser Umstand hält die Hoffnung auf sinkende Ölpreise hoch. Dass die Hoffnung erfüllt wird, ist durchaus wahrscheinlich. Wann sie erfüllt wird, ist vollkommen offen. Da hilft nur warten, wenn man sich das leisten kann, und schauen. Dabei kann unser Preiswecker hilfreich sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben.
Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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