Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Die anderen Sorgen

Die Preise schossen aus heiterem Himmel in die Höhe als gäbe es keine Diskussion um die US-Konjunktur. Statt dessen erhitzen sich die Gemüter an den Problemen in Nigeria und in Venezuela. Man kann eine ernste Bedrohung der Versorgung herbeireden. Realistisch ist sie nicht. Für eine bullische Entladung taugt sie schon. Diese tobt derzeit an den Märkten. Die Möglichkeit eines weiteren Preisrückgangs ist ihr zum Opfer gefallen. Man wird sich in der nächsten Zeit auf eine seitlich gerichtete Preisentwicklung einstellen müssen, deren obere Begrenzung näher an die absoluten Höchstpreise gedrängt wurde. Ähnlich sieht es bei der Dollarentwicklung aus. Der von einigen Devisenexperten prognostizierte Absturz ist nicht in Sicht. Statt dessen hat sich der seit November praktizierte Seitwärtstrend stabilisiert.

In Nigeria sorgen Rebellen für erhebliche Förderausfälle. Man schätzt, dass sie in den kommenden Monaten über eine Mio. Barrel pro Tag erreichen werden. Die nominelle Förderung des Landes liegt bei ca. 2,5 Mio. Barrel pro Tag. Ölkonzerne beklagen die mangelhafte Schutzbereitschaft der Regierung. Sie fordern ein härteres Durchgreifen des Militärs.

Venezuelas Präsident Hugo Chavez übt sich einmal mehr im Kampf David gegen Goliath. Er droht den USA mit der Einstellung der Öllieferungen. Die USA sind der größte Einzelabnehmer der knapp drei Mio. täglich geförderten Barrel Rohöl. Grund für den präsidialen Wutausbruch ist ein von ExxonMobil erreichtes Einfrieren von Auslandsvermögen der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA. Es ist eine Reaktion auf den von Chavez veranlassten Zwangseinzug von ExxonMobil-Anteilen an Ölfeldern im Orinoco-Gebiet. Die US-Gesellschaft kämpft für eine angemessene Entschädigung. Bullisch eingestellte Spekulanten suchen in dem hitzigen Streit die Chance, den Ölpreis auf 200 Dollar pro Barrel zu treiben. Ruhigere Börsenvertreter sehen die Drohungen als Bluff an. Venezuela könnte es sich nicht leisten, auf die Öleinnahmen aus den USA zu verzichten. Sie verweisen auf ähnliche Verbalattacken der Vergangenheit, die in Gänze folgenlos blieben.

Hoch ist der Ölpreis nicht erst bei 200 Dollar. Hoch ist er bereits heute. Daher lohnt es sich unabhängig von den Widrigkeiten der Politik in energiesparende Maßnahmen zu investieren. Die Bereitschaft dazu sei beim Volk vorhanden, heißt es. Zu Taten führt sie indes nicht. Höher als der Wille zum Handeln ist der Zweifel, das Richtige zu tun. Und so bleibt die Investition aus. Verbraucher suchen eine sichere Zukunftslösung zur Deckung ihres Wärmebedarfs, die den Charakter des Endgültigen haben soll. Diese gibt es nicht, weil die individuellen Voraussetzungen zu vielfältig sind und weil die Technik in den kommenden Jahrzehnten große Fortschritte zu Tage bringen wird. Wer daraus allerdings den Schluss zieht, dass Abwarten die bessere Haltung ist, irrt. Denn die Reduzierung des Verbrauchs ist bereits jetzt der beste Schritt gegen hohe Heizölkosten.

Ein allgemeiner Ratschlag in dieser Situation lautet wie folgt: Halten Sie das Investitionsvolumen für eine neue Heizungsanlage möglichst gering. Sie werden es wegen der hohen Innovationsrate über einen kürzeren Zeitraum abschreiben müssen als früher. Betreiben Sie Ihre Heizung auf keinen Fall länger als 15 Jahre. Das gilt auch für eine heute gekaufte Anlage. Selbstverständlich muss die Energieeinsparung trotz begrenzter Ausgabe in neue Technik nennenswert sein. Als Anhaltspunkt gilt ein Wert von 20 Prozent. Oft ist mehr zu erreichen. Die genannten Bedingungen erreichen Sie üblicherweise am besten, indem sie bei Ihrem derzeitigen Brennstoff bleiben. Das erspart Ihnen die Investition in einen Tank, wenn Sie mit Erdgas heizen oder die Investition in einen Gasanschluss, wenn Sie mit Heizöl heizen. Die Investition in eine Pelletheizung lohnt sich für ein Einfamilienhaus im allgemeinen nicht, da sie vergleichsweise teuer ist. Solche Anlagen eignen sich eher für den Betrieb als Gemeinschaftsanlage in einem Reihen- oder Mehrfamilienhaus.

In jedem Fall gut angelegtes Geld ist die Investition in Wärmeschutz. Das Extrem eines Passivhauses, das so gut wie keine zusätzliche Energie braucht, ist auch in vielen Altbauten zu erreichen. Die Kosten sind allerdings hoch. Als Ergebnis bekommt man eine Lösung, die statt der bisher üblichen 2500 Liter Heizöl pro Jahr als Durchschnittswert nur noch 200 Liter pro Jahr benötigt. Bei einem derart minimierten Verbrauch spielt der Heizölpreis kaum noch eine Rolle.

Heute Morgen spielt beim Preis keine Musik. Dem Anschein nach hat sich die Rallye ausgetobt. Das sah gestern Früh allerdings auch so aus. Im Tagesverlauf ging sie schließlich doch weiter. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 839,00 $.

Unsere Heizölpreise sind kräftig in die Höhe geschnellt. Sie befinden sich in der Nähe der Höchstpreise. Die in der letzten Woche noch nahe liegenden Gedanken an Preisrückgang sind obsolet. Die Definition eines Seitwärtstrends muss nun mit einer oberen Grenze am absoluten Höchstpreis erfolgen. Aber selbst dieser Trend ist aktuell nicht mehr sicher.

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