Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Die nächste Eskalationsstufe

Bush schaffte es, mit dem Satz ?Das Spiel ist aus.? die Kriegsängste auf eine höhere Stufe zu heben. Den Krieg vor Augen sahen die Händler bereits die Ölversorgung zusammenbrechen. Das irakische Öl fiel in der Phantasie gänzlich aus. Andere Staaten in der Golfregion wurden zu unsicheren Kantonisten für die Ölmärkte. Und wieder bewegten sich die Preise panikartig in die Höhe.

Die Szenarien sind bisher nur Fiktion. Nach Ansicht der OPEC wird das auch so bleiben. Sie wird nicht müde zu betonen, dass es genug Öl auf dem Markt gibt. Nennenswerte Versorgungsengpässe sind bisher nicht zu verzeichnen. In Venezuela entwickelt sich die Ölproduktion erfreulich.

Die Preise sind allerdings Realität. Das Bündel von Begründungen für das hohe Niveau scheint alles andere als absurd zu sein. Venezuela bleibt ein Unsicherheitsfaktor, da sich die unterschiedlichen Interessengruppen im Land nach wie vor unversöhnlich gegenüberstehen. Die Ölvorräte in den USA sind extrem niedrig. Eine erneute Kältefront wird vorhergesagt. Damit wird die Nachfrage nach Heizöl hoch bleiben. Kaum jemand hat noch Zweifel, dass Buchs Kriegsreden in naher Zukunft zu Taten führen.

Nachdem der große Knall im Irak ausblieb und der Weg für eine weitere Resolution der UNO frei ist, könnten sich die Märkte etwas entspannen. Eventuell fällt der Preis in den nächsten Tagen wieder ab. Charttechnisch wäre das eine Gegenreaktion auf die hohen Gewinne. Doch die große Linie bleibt bestehen. Der Aufwärtstrend sieht sehr stabil aus. Daher ist damit zu rechnen, dass die Ölpreise immer neue Hochs markieren werden.

Der Gasölpreis erlebte am Freitag einen Sturm. Der trug ihn nicht nur in der Dollarnotierung auf schwindelerregende Höhen. Sogar die Euronotierung erreichte ein neues Zwei-Jahres-Hoch. Heute Morgen macht der Gasölpreis den Eindruck der Ruhe nach dem Sturm. Mit 319,25$ pro Tonne steht er zwar abermals höher als am Freitag. Der Zuwachs fällt z.Z. allerdings eher in die Kategorie ?allgemeine Unschärfe?.

Unsere Heizölpreise wurden selbstverständlich ebenfalls in die Höhe gerissen. Da sie noch keine neuen Zwei-Jahres-Hochs markierten, sehen wir auch kurzfristig weiteres Potential nach oben. Wie im Herbst 2000 wird sich das Verbraucherverhalten dahin entwickeln, kleine Mengen zu ordern. Das halten wir für vernünftig. Denn trotz aller düsteren Aussichten für die Preisentwicklung bleibt die Hoffnung auf ein Einknicken der Preise nach einer Invasion im Irak bestehen.

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