Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Diplomatie hat versagt

Die Atomverhandlungen mit dem Iran sind gescheitert. Keine Seite war bereit, einen ersten Schritt der Deeskalation zu gehen. Nun wird zumindest verbal wieder Krieg geführt. Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses wird heute im Rahmen einer Anhörung militärische Optionen gegen den Iran debattieren. US-Sanktionsmaßnahmen werden wie geplant Ende dieses Monats verschärft. Ab dem 1. Juli wird die EU kein Öl mehr aus dem Iran beziehen. Da Teheran neben dem US-Dollar und dem Euro auch den chinesischen Renminbi als Zahlungsmittel für Öl akzeptiert, dürften sich die Exportprobleme des Landes in Grenzen halten. Denn China lässt sich von den USA keine Sanktion diktieren. Iranische Staatseinnahmen werden allenfalls sinken, weil das Öl mangels Kunden unter Marktpreis verkauft werden muss. Konklusion des Theaters: Wenn zwei Parteien streiten, freut sich China. Den alten Industrieländern droht mit dem Versagen der Diplomatie wieder eine Ölpreissteigerung. Besänftigt wird diese Gefahr durch schlechte Konjunkturprognosen und ein insgesamt hohes Ölangebot. Der skizzierte Komplex wird seine Einflüsse längerfristig entfalten. Kurzfristig ist das Interesse auf die Notenbanken gerichtet. Die Finanzszene erwartet wieder einmal deren Unterstützung. Den Anfang sollte die FED in den USA machen. Wenn die Szene bekommt, was sie will, werden die Ölpreise steigen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Verhandlungen um iranisches Atomprogramm gescheitert
Finanzszene spekuliert auf frisches Geld der Notenbanken
China importiert so viel Öl wie nie zuvor
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Verbrauch auf 15-Jahres-Tief
US-Produktion auf 14-Jahres-Hoch
US-Rohölvorräte auf 22-Jahres-Hoch
Hohe Ölbestände weltweit
Schuldenkrise in den alten Industrieländern
Schuldentragödie in Spanien

Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Sie befinden sich in der Mitte ihres abwärtsgerichteten Trendkanals (siehe hier). Gestern war dafür erneut der nachgebende Dollar verantwortlich. Die Ölnotierungen laufen derzeit tendenziell seitwärts. Erklären können wir die Dollarentwicklung nicht. Sie steht konträr zu den Schuldenproblemen in der EU. Technisch ist der Abwärtstrend der Heizölpreise intakt. Angesichts der oben skizzierten Lage sehen wir aber nun eine seitwärtsgerichtete Preisentwicklung kommen. Die Binnennachfrage nach Heizöl ist weiterhin belebt. Deshalb bleibt die Engpasslage in Bayern virulent. Wer die Preisspekulation ablehnt, sollte nun kaufen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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