Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Dollar auf höchstem Stand des Jahres

Deutlich gesunkene US-Bestände konnten der Ölpreisbewegung gestern nichts anhaben. Sie tendiert weiter abwärts. Der Trend steht. Die Preise purzeln allerdings nur langsam. Gebremst werden sie von Hurrikangefahren im Golf von Mexiko und von der Diskussion um Mengenkürzungen durch die OPEC. Der Dollar drückt auf die Ölpreise. Er hat mittlerweile einen Jahreshöchststand erreicht. Beflügelt wird er durch immer düstere Konjunkturprognosen für Europa. Sein Aufwärtstrend resultiert nicht aus eigener Stärke, sondern aus der Enttäuschung über den Euroraum.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die Berichtsinstanzen für die US-Vorräte, lieferten ein jämmerliches Bild zur Glaubwürdigkeit von Statistiken. Unterschiedlicher können Zahlen zu ein und dem selben Sachverhalt kaum ausfallen. Die Veränderungen gegen Vorwoche werden folgendermaßen angegeben:

Rohöl: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,3 (DOE) bzw. ein Aufbau von 4,9 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind ähnlich wie in der Vorwoche und geringer als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist auf 89 Prozent gestiegen. Die API-Zahlen werden bei großer Different zu den DOE-Angaben traditionell ignoriert. Gestern wurden alle Zahlen ignoriert.

Mit wöchentlich aufgenommen Daten können Börsianer verrückt gemacht werden. Einen ernsthaften Erkenntnisgewinn sollte man daraus nicht erwarten. Nun machen Meldungen die Runde, dass die US-Börsenaufsicht dem Verdacht auf Datenmanipulation nachgeht. Angeblich sollen Bestände von Ölunternehmen zu niedrig gemeldet worden sein, um Preise in die Höhe zu treiben und die Ware teurer zu verkaufen.

Angesichts der gesunkenen Nachfrage in den USA befinden sich die Bestände auf einem komfortablen Niveau. Sie sind annähernd so hoch wie vor drei Jahren und fast fünf Prozent höher als vor fünf Jahren. Sorgen über die kurz- und mittelfristige Versorgung sind abwegig. Probleme wird es nach heutiger Erkenntnis erst nach 2012 geben. Bis dahin können sich die Gewohnheiten der Menschen aber nennenswert ändern, so dass Prognosen neu geschrieben werden müssen. Die Änderungsmöglichkeiten betreffen vornehmlich den Verbrauch. Deutlich geringer sind unsere Einflussmöglichkeiten beim Angebot.

Größter Hoffnungsträger auf der Angebotsseite ist derzeit die Windenergie. Das sehen selbst einige Mineralölunternehmen so. Shell und BP planen die Errichtung von Windparks. In den USA sollen die größten Einrichtungen der Welt entstehen. Ein Windpark wartet mit dem aussagekräftigen Namen Titan auf. Europa ist in Sachen Windenergie noch Weltmarktführer. Auch hier sieht man in eine gute Windzukunft, wenngleich die Brötchen traditionell etwas kleiner gebacken werden als in den USA. Bis 2020 sollen immerhin 12 bis 14 Prozent des Strombedarfs aus Wind gedeckt werden. In Deutschland wird es eventuell etwas mehr sein. Für das Gesamtenergieaufkommen hat das große Vorhaben aber eher kleine Bedeutung. Der Stromanteil am Endenergieverbrauch in Deutschland beträgt aktuell 20 Prozent. Auf dieser Basis entspricht der geplante Windenergieanteil einem Endenergiebeitrag von ca. drei Prozent.

Das Einsparpotenzial in den Hauptsektoren des Energieverbrauchs Hauswärme und Verkehr, ihr Gesamtanteil am Endenergieverbrauch beträgt annähernd 60 Prozent, übertrifft die drei Prozent bei weitem. Man bräuchte nicht einmal sechs Prozent einzusparen, um das Angebot zu egalisieren. Das Einsparpotenzial liegt aber bei 50 Prozent und mehr. Auch wenn in dieser simplen Analogie Äpfel mit Birnen oder Strom mit Öl verglichen wird, vermittelt sie doch ein Gefühl dafür, wie wenig Einflussnahme auf der Angebotsseite und wie viel Handlungsmöglichkeit auf der Nachfrageseite liegt.

Mehr als das in die Zukunft gerichtete Handlungsvermögen interessiert die meisten Verbraucher die Frage, ob der Heizölpreis dem Ölpreis in den letzten Wochen tatsächlich gefolgt ist. So einigermaßen, das sei schon mal vorweggenommen. Die Rechnung sieht wie folgt aus: Rohöl gab seit erreichen der Spitze im Juli rund 26 Prozent nach. Gleiches gilt für Gasöl, dem Basisprodukt für Heizöl. In Euro berechnetes Gasöl gab auf Grund der Dollarsteigerung um 18 Prozent nach. Der Heizölpreis bei 3000 Liter Liefermenge fiel je nach Region zwischen 11 und 16 Prozent. Bereinigt man diese Werte um die fixen Anteile für Mineralölsteuer und Belieferung, ergeben sich Werte zwischen 13 und 17 Prozent. Die Differenz zu 18 Prozent verleiben sich zum größten Teil die Raffineriegesellschaften und zu einem geringen Teil der Handel ein. Die Möglichkeit dazu haben sie, weil die Nachfrage über den Erwartungen liegt.

Die morgendliche Entwicklung der Preise wird Verbraucher erfreuen. Es geht weiter abwärts. Die Tonne Gasöl kostet 969,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York mit 108,00 Dollar gehandelt.

Unsere Heizölpreise tendieren weiterhin seitwärts. Gestern hat die starke Dollarbewegung den Ölpreisrückgang abermals neutralisiert. Ein Funke Hoffnung auf tiefere Heizölpreise ist dennoch angebracht. Dabei sollte man die Erwartung aber flach halten. Erdrutsche der Preisentwicklung wird es nicht geben. Es ist nach wie vor sinnvoll, sich mit der Reduzierung des Verbrauchs auseinanderzusetzen. Hierzu bieten wir anerkannte Hilfe zu null Kosten an: www.esytrol.com

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