Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Dollarschwäche und US-Bestände

Der Dollar fällt und fällt. Er fällt zurzeit auf den niedrigsten Stand seit Anfang letzten Jahres. Was heute möglicherweise immer noch viele Schüler und Studenten lernen, nämlich dass der Dollar als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten eine gute Anlageform ist, wird eindrucksvoll wiederlegt. Seit der Bush-Cheney-Regierung, den Kosten für den Krieg gegen den Terror und dem Irakkrieg bis hin zur Finanzkrise. Es wird immer deutlicher, dass der Dollar auch nur aus Papier ist und dass moderne Währungen ausschließlich auf Vertrauen in sie beruhen. Aber das Vertrauen in die Art und Weise, wie wir wirtschaften sinkt. Noch viel tiefer steht das Vertrauen, das die Bevölkerung in die eigenen Politiker hat, wenn es darum geht, nicht mehr Geld auszugeben, als zur Verfügung steht. Und so einfach verspielt man seine Kreditwürdigkeit. Wer jetzt glaubt, dass es eine gute Sache sei, wenn den USA langsam die Luft ausgeht, dem sei gesagt, dass es um Deutschland auch nicht viel besser bestellt ist. Und wer nun vom Untergang des Abendlandes spricht, dem sei gesagt, dass die USA längst nicht mehr so wichtig sind, für wie sie derzeit noch häufig gehalten werden. Denn auch die die Bewertung des Gewichts der USA rührt häufig noch aus einer bereits vergangenen Zeit.

Dennoch sind Daten aus den USA immer wieder für Wetten und damit für die Preisgestaltung von z.B. Rohstoffen wichtig. Zu diesen Daten gehören natürlich die Konjunkturdaten, in deren Bereich die Unternehmensergebnisse und –zahlen zu zählen sind. Dort waren gestern positive Entwicklungen zu vermelden. Das feuerte die Aktienbörsen an und schürte den Konjunkturoptimismus. Der Konjunkturoptimismus, insbesondere wenn er aus den USA, China, Indien oder Europa kommt, heizt den Ölpreis an. Zusätzlich erhielten die Ölpreise einen Schub durch die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten. Auch sie gelten als Kenngröße für die Konjunktur, führen aber direkter zu Preisbewegungen an den Ölbörsen.

Der Schub rührte von einem erneuten Abbau der Bestände her. Dennoch befinden sich die Vorräte auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Das geht aus dieser Grafik hervor. Darin sind die jüngsten Zahlen vom DOE (Department of Energy) enthalten. Die API-Werte (American Petroleum Institute) unterscheiden sich nicht wesentlich davon. Die Daten lauten wie folgt:

Rohöl: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 6,4 (DOE) bzw. 4,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist wieder auf knappe 83 Prozent gestiegen.

Der bullische Impuls wirkt heute Morgen nach. Die Ölpreise steigen weiter. Das liegt aber auch an dem weiteren Verlust, den der Dollar hinnehmen muss. Der US-Dollar kostet zur Stunde 68 Eurocent. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 1.031 Dollar. Rohöl wird in New York zu 112,09 Dollar und in London zu 124,64 Dollar gehandelt.

Unsere Heizölpreise wurden von dem starken Anstieg an den Ölbörsen hinauf gezogen. Die Verluste des Dollars gegenüber dem Euro können die Kursgewinne beim Öl nicht wettmachen. Die Ölpreise stehen ohne die Kämpfe am Devisenmarkt relativ impulslos im Raum. Die Konjunkturdaten und die Entwicklung an den Finanzmärkten lassen eher auf steigende Ölpreise schließen. Dem Euro stehen eher schwere Zeiten ins Haus. Die Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm lässt Unsicherheiten aufkommen. Die mangelnde Mitbestimmung in den finanzschwachen Euro-Ländern und der fehlende Parlamentsvorbehalt lassen diese Unsicherheit zu Recht aufkommen und könnte auf der Gegenseite die Chance für mehr Mitbestimmung für die Bürger sein (Stichwort: Stuttgart21). Die Bundesregierung hat das scheinbar immer noch nicht verstanden. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab..

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