Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Doppelschlag gegen die Konjunktur

Sagenhafte 13 Prozent konnte man in den letzten zwei Tagen im Ölmarkt gewinnen. Das Spiel ist nicht nur den großen Spekulanten vorbehalten. Jeder kann inzwischen daran teilnehmen. Viele Banken bieten auch Kleinanlegern entsprechende Kontrakte an. Und die werden gekauft. Dabei ist jedem denkenden Menschen klar, dass ein Fortgang der Preisrallye die reale Wirtschaft ruiniert. Aber im Zweifel ist der persönliche Gewinn näher als der kollektive Wohlstand. Wer keine Ölkontrakte besitzt, in Deutschland ist das die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, darf sich angesichts derartiger Ignoranz kräftig erregen. Er sollte aber bedenken, dass die spekulationsgetriebenen Preise nur die Spitze eines Eisbergs sind. Das Fundament dieses Eisbergs ist unser aller Verbrauch. Der ist zu hoch für diese Welt. Man sollte sich übrigens nicht dazu verleiten lassen, diesen Umstand allein China und Indien anzulasten. Der Prokopfverbrauch in China ist fünf Mal geringer als bei uns. Ein durchschnittlicher Inder verbraucht sogar 12 Mal weniger Öl als ein Deutscher. Und wir Deutschen sind beileibe nicht die schlimmsten Verbraucher der Erde. So wie der Ölpreis den Aufstieg am Freitag fortsetzte, folgte der Dollar seinem Verfall. Es ist müßig darüber zu philosophieren, was im Allgemeinen Ursache und was Wirkung ist. Aktuell brachte der Hinweis auf eine Zinserhöhung im Euroraum die Reaktion in Gang.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Dollarfall provoziert Ölpreisanstieg
Banken und Analysten heben Preisprognosen an
Israel droht dem Iran wegen des Atomprogramms
OPEC und Saudi Arabien lehnen Produktionserhöhung ab
Hurrikansaison in den USA
Terrorbedingter Produktionsausfall in Nigeria
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012
Charttechnik: Aufwärtstrend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Rückgang der US-Nachfrage erwartet
US-Regierung will Ölkonsum senken
Chinas Ölimporte fielen im April
OPEC baut Förderkapazitäten aus
Hohes Reservepotenzial im Irak
US-Regierung um Dämpfung der Spekulation bemüht

Unsere Heizölpreise haben binnen zwei Tagen ihre alte Höhe wieder erreicht. Der deutliche Dollarrückgang bremste den Anstieg kaum. Der Ölpreissprung war einfach zu groß. Der Zaunpfahl, mit dem auf eine notwendige Verbrauchssenkung hingewiesen wird, ist mittlerweile ein Fahnenmast. Wer für eben diese Verbrauchssenkung noch kein Geld in die Hand nehmen will, weil er nicht weiß, mit welchem Gewerk er beginnen soll, sollte wenigstens das Wissen um die Energieintensität des eigenen Hauses mehren. Damit handelt es sich später sicherer.

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