Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Durchgeknallt

Silvesterparty an der Ölbörse: In den letzten Handelsstunden des Jahres 2008 verloren die wenigen verbliebenen Händler die Bodenhaftung. Sie katapultierten die Kurse um rund 15 Prozent in die Höhe. Jemand soll die Parole ausgegeben haben, dass die Nachfrage in 2009 nicht weiter sinke. Das trieb die Restherde in einen besinnungslosen Kaufrausch. Assistiert wurde ihnen von Computerprogrammen, die die Handelanweisungen ihrer nicht mehr anwesenden Herren ausführten. Vor diesem Ereignis wurden die US-Bestandsdaten veröffentlicht. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben folgende Veränderungen zur Vorwoche zu Protokoll:

Rohöl: +0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,0 (DOE) bzw. 13,6 (API) Mio. Barrel. Diese Zahlen lassen nicht den geringsten Grund für den megabulischen Impuls erkennen, der einige Zeit nach ihrer Bekanntgabe folgte. Und selbst die auf miserable 83 Prozent gesunkene Raffinerieverfügbarkeit kann nicht die eingetretene Preisexplosion begründen. Man sollte sie, solange keine substanzielle Begründung zu finden ist, als Sylvesterscherz verbuchen. Heute Morgen wird dieser annulliert. Bis 8:30 Uhr haben die Preise bereits gut zehn Prozent verloren. Der bestehende Abwärtstrend bleibt intakt. Die Dollarkurse folgen einem kurzfristigen Seitwärtstrend.

preistreibende (bullische) Einflüsse: VAE wollen im großen Stil kürzen
Drastische Zinssenkung in den USA
Kalter Winter in den USA erwartet
Konjunkturprogramm für die USA angekündigt
Konjunkturprogramm und Zinssenkung in China
IEA prognostiziert neue Hochpreisphase nach 2010

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Realisierung der OPEC-Kürzung unglaubwürdig
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
Sogar Chinas Wirtschaft geht in die Knie
Weltweite Nachfrage sinkt
Goldman & Sachs prognostiziert 30 Dollar/Barrel
Charttechnik: Abwärtstrend des Ölpreises

Unsere Heizölpreise zogen als Folge der Kursverwirrungen am Sylvesterabend an. Wir erwarten, dass sie die Steigerung wieder abgeben werden. Außerdem beinhalten sie eine rechnerische Überteuerung gegenüber dem Weltmarkt, die sie im Januar weitgehend abbauen sollten. Das jedenfalls ist unsere Erwartung. Die Auftragseingänge sind nach wie vor hoch. Daher gibt es in einigen Regionen weiterhin sehr lange Lieferzeiten. Auch dieser Umstand sollte sich nun langsam entspannen. Wer die Preisentwicklung verfolgen möchte, ohne unsere Website zu konsultieren, kann unseren Preisalarm verwenden.

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