Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Ein Angebot, das man nicht annehmen kann

Nun verhandeln sie also das iranische Atomprogramm. Sie sind die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland und der Iran. Heraus kam bisher nichts. Jede andere Erwartung wäre blauäugig. Heute geht es bereits in die zweite Runde, zu der sich Teheran bitten lässt. Derartige Verhandlungen werden selbstverständlich von gezielt lancierten Indiskretionen begleitet. Von iranischer Seite ist zu hören, dass die unterbreiteten Angebote einseitig seien. Über Ölexporte und Sanktionen wolle der Westen nicht reden. Somit läge kein verhandelbares Angebot vor, das in eine weitere Runde getragen werden könnte. Dass Teheran dennoch weiterverhandelt, sei ein ausdrückliches Entgegenkommen an die andere Seite. Diese hatte nach eigenem Bekunden nichts anderes als eine Ablehnung ihres Angebots erwartet. Es sei schließlich als Verhandlungsposition geschnürt worden, wird ein US-Vertreter zitiert. Hauptforderung des Westens ist die Einstellung wesentlicher Aktivitäten, die zum Bau der Atombombe führen können. Angeboten wird bisher die Wiederaufnahme von Ersatzteillieferungen für US-Flugzeuge sowie die Lieferung von Material zur nichtmilitärischen Nutzung der Atomenergie. Das magere Paket wird mit Sicherheit um einige Positionen erweitert werden müssen, wenn es Grundlage erfolgreicher Verhandlungen werden soll.

Der Sachverhalt ist von ähnlich absurden Vorstellungen getrieben wie die bisher an den Tag gelegten Aktivitäten zur Rettung der Geld- und Finanzsysteme. In einfachen Worten lassen sich diese folgendermaßen beschreiben: Intelligente Menschen haben in ihrer Begeisterung für Technik und Techniken Kreationen zum Wohl der Menschheit hervorgebracht. Diese zeigen in ihrer Anwendung (überraschenderweise) auch eine für Mensch und Menschheit extrem schädliche Seite. Prinzipiell ist ein solcher Dualismus charakteristisch für jede menschliche Kreation. Das Besondere an den Techniken zur Urgewalt der Atome und zur grenzenlosen Geldschöpfung ist, dass diese von wenigen Menschen angewendet werden können, während die Anwendung alle Menschen betrifft. Es handelt sich also um Techniken, die im absoluten Widerspruch zu den Idealen von Demokratie und Selbstbestimmtheit stehen. Man kann die Techniken nicht demokratisieren. Sie sind Herrschaftstechniken. Wenn Herrschaften nicht bereit sind, auf die genannten Techniken grundsätzlich zu verzichten und den Verzicht unter globale Kontrolle zu stellen, werden sie im ewigen Kampf mit aufstrebenden Herrschern liegen, die die Herrschaft versprechenden Techniken selbst beherrschen wollen. Wer will es ihnen verbieten? Es gibt keine global gültigen und durchsetzbaren Gesetze.

An den Börsen spielten die Atomverhandlungen gestern keine Rolle. Dort wurden mal wieder wechselnde Aussagen zu Konjunkturerwartungen gehandelt. Dabei fuhren die Kurse Achterbahn. Eine relativ zuverlässige Größe ist der Euro. Der verliert aufgrund des EU-Desasters um seine Konstruktion rasant an Wert. Der Ölmarkt glänzt aktuell mit einer zuverlässigen Überproduktion. Die drückt auf die Notierungen, die allerdings durch das Konjunkturgerede durcheinander gewirbelt werden. Die Daten über die Entwicklung in den US-Öllagern ließen Spekulanten kalt. Sie zeigten das zuletzt übliche Bild, steigende Rohölbestände, sinkende Produktenvorräte. Erste bezeugen die gute Versorgungslage. Zweite weisen auf den Exporterfolg der USA hin, da ihre Konsumenten weniger verbrauchen als ihnen angeboten wird. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben folgende Zahlen zur wöchentlichen Veränderung zu Protokoll:

Rohöl: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 2,7 (DOE) bzw. 2,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt unverändert 88 Prozent. Die Gesamtbestände liegen rund vier Prozent unter Vorjahresniveau.

Heute Morgen tendieren die Ölnotierungen schwächer. Das kann durchaus eine Vorgabe für den weiteren Verlauf sein. Anders sieht es beim Dollar aus. Der bewegt sich kaum zum Euro. Er hat allerdings schon eine stürmischere Woche hinter sich als die Ölwerte. Die Tonne Gasöl kostet 915,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 90,58 Dollar und in London zu 106,08 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 79,50 Eurocent.

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Veränderung. Sie werden vom starken Dollaranstieg um die Früchte fallender Ölnotierungen gebracht. Generell sollte die Gesamtlage in den kommenden Tagen erhalten bleiben. Es ist gut möglich, dass dabei dennoch nachgebende Heizölpreise herauskommen. Das wäre immerhin trendgemäß. Es bleibt dabei, der kurzfristige Abwärtstrend ist intakt. Der langfristige Aufwärtstrend ist aber noch nicht solide durchbrochen. Für spekulativ eingestellte Heizölkäufer ist die Zeit gut. Sie bietet Spannung mit der Chance auf einen Gewinn aus Preisrückgang. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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