Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Ein Fall gelöst?

Am Freitag kletterten die Preise schleppend aufwärts. Das Handelsinteresse war gering. Die Lage änderte sich schlagartig, als am Nachmittag die Meldung über die Beendigung der Streiks mit Geiselnahme auf einer Bohrplattform in Nigeria die Runde machte. Binnen einer Stunde gaben die Preise die Tagesgewinne ab und kumulierten weitere Verluste, so dass der Handelstag mit einem ansehnlichen Minus geschlossen wurde.

Die Lage in Nigeria war einer der wesentlichen Gründe, der die Preise am Vollzug des erwarteten Abwärtstrends hinderte. Durch die Unruhen im Land werden dem Markt täglich 0,8 Mio. Barrel Rohöl vorenthalten. Wenn sich die Meldungen über das Streikende bestätigen sollten, blieben noch Venezuela und der Irak als Unsicherheitsfaktoren übrig. Die Haltung der übrigen Versorger gibt Bedingungen für fallende Preise vor. Über den realen Produktionsverlust in Venezuela wird derzeit spekuliert. Er sollte maximal 30% betragen.

Der Irak liefert leicht preistreibende Impulse, da die Wiederaufnahme der Produktion vermutlich langsamer vorangeht, als das die USA angekündigt haben. Darüber hinaus gibt es weiterhin Streit zwischen der UNO und den USA über die Verwaltung des produzierten Öls. Die UNO will es unter dem Öl-für-Lebensmittel-Programm gestellt sehen. Benon Sevan, der Leiter des UN-Programms, gibt an, dass bereits Verträge im Wert von 10 Mrd. Dollar bestehen. Damit müsste der Irak über 120 Tage tägliche 1,6 Mio. Barrel und über 90 Tage täglich 2,2 Mio. Barrel Öl liefern. Das Fehlen dieser Menge kostet das Land täglich 55 Mio. Dollar. Geld, das dringend für den Wiederaufbau gebraucht würde.

Heute Morgen fallen die Preise weiter. Gasöl kostet zur Stunde 212,75$ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise geben ebenfalls nach. Sie erreichen damit ein 12-Monats-Tief im Bundesdurchschnitt. Der Süden und Südosten Deutschlands sind allerdings immer noch nicht ganz soweit. Hier liegen die Preise auf Grund einer leicht angespannten Versorgungslage etwas höher. Die weiteren Aussichten sind gut. Heizöl könnte durchaus noch billiger werden. Es ist aber bereits jetzt auf einem absolut kaufenswerten Niveau.

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