Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Ein Käfig voller Narren

Der Abwärtstrend verlief in solider Bahn. Gestern wurde er jäh gestört. Der Ölpreis schoss um fünf Prozent in die Höhe. Spekulanten reagierten wie aufgescheuchte Hühner. Sie handelten Öl und meinten den Dollar. Den Hahn gab Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank. Sein Ruf lautete, vielleicht erhöhen wir die Zinsen. Das ließ den Dollar stürzen und Ölpreis steigen. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass sich am Ölmarkt Spekulanten aller Couleur tummeln, dann wurde er gestern erbracht. Am Ölmarkt selbst gab es keine Nachrichten. Der Abwärtstrend ist nach diesem Theater zwar nicht erledigt, er ist aber angeschlagen. Für eine neue Aufwärtswelle wäre der gestrige Tag ein schöner Kickoff.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Dollarfall provoziert Ölpreisanstieg
Banken und Analysten heben Preisprognosen an
OPEC und Saudi Arabien lehnen Produktionserhöhung ab
Hurrikansaison in den USA
Terrorbedingter Produktionsausfall in Nigeria
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Rückgang der US-Nachfrage erwartet
US-Regierung will Ölkonsum senken
Chinas Ölimporte fielen im April
OPEC baut Förderkapazitäten aus
Hohes Reservepotenzial im Irak
US-Regierung um Dämpfung der Spekulation bemüht
Charttechnik: kurzfristiger Abwärtstrend

Unsere Heizölpreise wechselten plötzlich und unerwartet die Richtung. Sie stiegen um zwei Prozent an. Dass ihnen der volle Anstieg des Weltmarkts erspart bliebt, liegt an der dämpfenden Wirkung des Dollars. Die Chance für weiter rückläufige Preise besteht noch. Sie ist aber geringer geworden. Nicht geringer ist hingegen die Notwendigkeit der Verbrauchssenkung. Wer hierfür noch kein Geld in die Hand nehmen will, sollte wenigstens das Wissen um die Energieintensität des eigenen Hauses mehren. Damit handelt es sich später sicherer.

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