Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Ein früher Nachruf

Der Ölpreis befindet sich in einem stabilen Abwärtstrend. Die Notierungen nähern sich der 100-Dollar-Marke. Getrieben wird die Preisentwicklung vom Nachfragerückgang in den alten Industrieländern, insbesondere in den USA. Im Juni war der Verbrauch dort auf das Niveau von 1998 gefallen. Lange ging man davon aus, dass das Nachfragewachstum der neuen Industrieländer das Minus der Alten überkompensieren wird. Nun mehren sich die Zweifel an dieser These. Der Weltölverbrauch könnte in diesem Jahr schrumpfen. Es gibt kein stärkeres Argument für rückläufige Ölpreise. Gegenteilige Einflüsse sind derzeit schwach. Selbst die Hurrikansaison in den USA kann die Preise nur temporär und nur geringfügig unterstützen.

Die beste Medizin gegen hohe Preise sind hohe Preise. Das haben die letzten Wochen eindrucksvoll demonstriert. Der Nachfragerückgang in den USA hat seine Ursache in der vorausgegangenen exorbitanten Preisentwicklung. Ein Anstieg von 1.300 Prozent in knapp zehn Jahren führte zu einem Umdenken im Mutterland der Ölwirtschaft. Extreme Preissteigerungen lassen extreme Veränderungen erwarten. Hierzulande sind wir weit von den amerikanischen Verhältnissen entfernt, sowohl in der Preisentwicklung als auch im Verbrauch. Die größte Teuerung aller Ölprodukte erfuhr Heizöl mit 450 Prozent. Benzin verteuerte sich binnen zehn Jahren nur um 120 Prozent. Ein US-Bürger benötigt heute doppelt soviel Öl wie ein Bundesbürger. Damit ist sein Einsparpotenzial doppelt so hoch. Der Leidensdruck, dieses Einsparpotenzial zu heben, ist zehnmal so hoch. Wenn eine grundsätzliche Änderung der Energienutzung kommt, wird sie wohl aus den USA kommen. Die wirtschaftliche Krise, in der sich das Land befindet, könnte sich als zusätzlicher Motor herausstellen. Amerikanern wird allgemein mehr Kreativität und Handlungsbereitschaft bei der Bewältigung von Krisen zugeschrieben als Europäern.

An dieser Stelle ist eine Würdigung der Politik von George W. Bush angebracht. Er ist als Ölpräsident angetreten und könnte als Ökopräsident in den Geschichtsbüchern enden. Mit seinem ungezügelten Drang nach Öl bei Anwendung kruder und kostspieligster Militärpolitik trug er nicht unerheblich zum Preisauftrieb bei, an dessen Ende wahrscheinlich eine Wende der US-Gesellschaft stehen wird. Mehr als der Friedensnobelpreisträger Al Gore, der sich einen Ruf als unermüdlicher Kämpfer für das Klima erworben hat, beeinflusst George W. Bush die reale Entwicklung. Denn die wird nicht mit dem moralischen Zeigefinger gezeichnet sondern mit dem Preis einer Lebenseinstellung.

Heute beraten die Ölminister der OPEC-Staaten in Wien über ihre Ausstoßpolitik. Da der Rohölpreis die Marke von 100 Dollar zu unterschreiten droht, wäre eine Kürzung der Liefermengen nahe liegend. Zumal das Angebot aktuell die Nachfrage übersteigt. Der Iran und Venezuela werden sich hierfür stark machen. Dennoch ist nicht damit zu rechnen, dass die Lieferungen tatsächlich gekürzt werden. Die OPEC wird sich einem weiteren Verfall der Ölpreise nicht verschließen. Ist der doch, und hier greift der Umkehrschluss, die beste Medizin für steigende Preise. Gegen die zu erwartenden Tendenzen der US-Gesellschaft, sich als Ökonation der Welt zu entwickeln, hilft nur, ihnen preiswertes Öl anzubieten, damit der alte amerikanische Traum möglichst lange lebt. Versüßt wird der OPEC die Duldung des Ölpreisverfalls durch den rasanten Dollaranstieg. Solange der läuft, ist es hinreichend gut um die Handelsbilanzen der Ölländer, die mehrheitlich in Dollar abrechnen, bestellt. Eventuell wird sich der Rohölpreis bald halbiert haben. Der Wert von Rohöl in Euro wird dann gegenüber der Spitze aber wahrscheinlich nur um ein Viertel gesunken sein. Damit lässt sich gut leben, insbesondere wenn man bedenkt, dass die enormen Gewinne zuvor nicht budgetiert waren.

Die große Unbekannte bei Unterschreiten der 100 Dollar für das Barrel Rohöl werden die Spekulanten sein. Eine zweistellige Zahl mag die Bullen mächtig reizen, sich wieder zu engagieren. Real ist diese Gefahr aber solange nicht, wie die Dollarentwicklung ihrem aktuellen Trend folgt. Der sieht so sicher aus, dass er als Spekulationsgrundlage allemal interessanter ist als der Rohstoff Öl, dem mittelfristig keine Knappheit droht. Die muss vor dem nächsten Aufwärtstrend neu promotet werden.

Heute Morgen tendieren die Preise leicht abwärts. Die Tonne Gasöl kostet 955 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 105,58 Dollar.

Unsere Heizölpreise schieben sich weiter seitwärts. Der Preisrückgang am Weltmarkt wird immer wieder durch die gegenläufige Bewegung des Dollars kompensiert. Eine Abkehr von dieser Grundtendenz ist nicht zu erwarten. Dennoch halten wir die Chance auf etwas tiefere Heizölpreise für gegeben. Eine Rückkehr zu den Preisen vor ein oder zwei Jahren scheint uns hingegen vollkommen abwegig zu sein. Daher ist es sinnvoll, sich mit der Reduzierung des Verbrauchs auseinanderzusetzen. Hierzu bieten wir anerkannte Hilfe zu null Kosten an: www.esytrol.com

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