Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Ein kleiner Sieg der Vernunft

Das prompte Ölembargo gegen Europa wird nicht kommen. Realos unter den iranischen Parlamentariern konnten die totalitäre Gangart des Regimes mit Verweis auf einen drohenden wirtschaftlichen Kollaps aufhalten. Sie machten deutlich, dass ein Lieferstopp dem Iran mehr schadet als der EU. Die Entscheidung wurde vertagt. Wahrscheinlich wird das Parlament nie einen entsprechenden Beschluss fällen. Dessen ungeachtet verfügt das Regime über Möglichkeiten, ein Embargo auf andere Weise durchzusetzen. Das heißt nicht, dass es tatsächlich durchgesetzt wird. Die EU und die USA täten gut daran, die zögerliche Haltung des Irans für eine neue diplomatische Runde zu nutzen. Eine klare Haltung in der Sache, d.h. das Inkraftsetzen eines Embargos seitens der EU ist keineswegs die bessere Alternative, da die möglichen Konsequenzen keine Besserung der Gesamtlage versprechen. Ähnlich wie beim Schuldendrama gibt es auch in dieser Frage keinen durchdachten Plan, der eine grundsätzlich neue Situation beschreibt. Das politische Agieren erfolgt taktisch. Ihm fehlt die Strategie. Der Verzicht auf eine Verschärfung der Eskalation lässt die Ölnotierungen sinken. Für Europa heißt das allerdings nicht, dass Ölprodukte billiger werden. Zum einen werden die Insolvenz von Petroplus und die damit verbundenen Raffinerieabschaltungen für eine Anspannung auf der Angebotsseite sorgen. Zum anderen dürfte der Euro in Kürze wieder an Wert verlieren, da es derzeit reichlich unbepreiste Finanzprobleme in der EU gibt. Beide Aspekte wirken preistreibend.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ausfälle von Lieferungen aus Nigeria und Sudan
Raffinerieprobleme in Europa
Iran droht mit EU mit Ölboykott
Chinas Ölverbrauch erreicht neues Hoch
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran verschiebt Entscheidung über Ölembargo
IEA wird Reserven bei iranischem Ölausfall freigeben
IWF senkt Wachstumsprognose
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Irak uns Venezuela wollen mehr Öl auf den Markt bringen
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise steigen ein wenig. Heute Morgen ist der Dollar dafür verantwortlich. Er legt stärker zu als die Ölnotierungen nachgeben. Diese Tendenz ist nach unserer Einschätzung für die nächsten Tage richtungsweisend. Die Heizölpreise befinden sich mittel- und langfristig in einem Aufwärtstrend. Gleichwohl gehen wir davon aus, dass in der nächsten Zeit eine Seitwärtsbewegung mit dem dafür typischen Auf und Ab auf dem Programm steht. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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