Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Eine permanente Enttäuschung

Finanzjongleure setzten ihre Hoffnungen in die Fahrsaison. Das ist die Zeit, in der sich das Volk der US-Amerikaner mit Tonnen von Blech bekleidet von ineffizienten Motoren durch die weite Prärie des Landes ziehen lässt und dabei endlose Gallonen Benzin verfeuert. In einfachen Worten, es ist die Sommerurlaubszeit. In den letzten beiden Jahren verlief diese Zeit für Raffineure und Spekulanten enttäuschend. Finanz- und Wirtschaftskrise dezimierten die Fahrlust und damit den Benzinverbrauch erheblich. In diesem Jahr sollte die Konjunktur die Spritscharte wettmachen. Aber Woche für Woche wird deutlich, dass die Hoffnungen abermals enttäuscht werden. Der Verbrauch wächst nicht. Im Gegenteil, er sinkt weiter. Raffineure stellten sich bei Zeiten darauf ein. Finanzjongleure werden durch die Kraft des Faktischen darauf gestoßen. Dieser Umstand macht es schwer, im Spiel mit Paper Barrels zu gewinnen. Die Ölpreise lassen sich angesichts unbefriedigender Konjunkturentwicklung nicht beliebig in die Höhe treiben.

Gestern mussten die Glücksritter der Märkte von zwei Seiten Grausamkeiten ertragen. Das prognostizierte US-Wirtschaftswachstum für die Jahre 2010 und 2011 wurde um 0,2 Prozent reduziert. Die erwartete Arbeitslosenquote wurde etwas angehoben. Die Inflationsgefahren sehen die Experten leicht reduziert. Sie sinnieren bereits über eine weitere Aufweichung des Zinsniveaus. Diese Tatsache lässt wenig Hoffnung für einen starken Konjunkturimpuls. In den US-Bestandsdaten zeigt sich abermals die oben zitierte schwache Nachfrage. Zwar scheinen die Rohöllager endlich zu sinken. Das geschieht allerdings bei gleichzeitigem Aufbau in den Produktenlagern. Es handelt sich also lediglich um eine Verschiebung des Problems. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) sind sich zudem nicht einmal einig, in der Beschreibung der Lage. Sinkende Bestände gibt nur das DOE zu Protokoll. Die Zahlen im Einzelnen:

Rohöl: -5,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,6 (DOE) bzw. ein Aufbau von 6,6 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind geringer als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die US-Raffinerieauslastung stieg auf 91 Prozent. Sie ist mittlerweile höher als in Europa. Hierzulande kämpft man immer noch mit erheblichen Überkapazitäten. Diese Schwierigkeit wurde in den USA durch die Schließung von Anlagen bereits ansatzweise überwunden.

Die Fakten sorgen für sinkende Ölpreise. Nicht einmal die für Finanzjongleure so wichtige China-Karte lässt eine Wende des Spiels erwarten. Das Land macht mit starken Zuwächsen der Ölimporte zwar immer noch Furore. Daraus einen demnächst auftretenden Versorgungsengpass zu prognostizieren wäre allerdings vermessen. Die Energiepolitik des Landes beschreibt einen Pfad, der die Selbstversorgung eindeutig bevorzugt. China hat sich zwar weltweit in Ölproduktionen eingekauft. Dass diese Einkäufe zur Sicherung der Versorgung des Landes dienen, könnte aber ein Missverständnis sein. Möglicherweise stehen dahinter reine Gewinninteressen der Wirtschaft. China setzt, zum Leidwesen des Klimas, vornehmlich auf Kohle und die Elektrifizierung der Energiewirtschaft. Dazu passt die Autopolitik, die die Elektromobilität mächtig vorantreibt. Regenerative Energieträger spielen ebenfalls eine wichtige Rolle im Energiemix. Anders als hierzulande werden sie aber nicht als Klimarettungsmaßnahme verstanden, sondern als Teil der Selbstversorgungsbestrebungen. Diese Sichtweise ist durchaus plausibel. Denn auch die Regenerativen sind ein Teil der Angebotsseite. Sie gehören zu Kohle, Öl, Gas und Atom. Mit ihnen allein lässt sich keine erhafte Umwelt- und Klimapolitik betreiben. Die muss in erster Linie auf der Nachfrageseite ansetzen. Dort geht es um die Senkung jedweden Verbrauchs durch Effizienz, neue Bau- und Werkstoffe, die Reduzierung der Stoff- und Warenströme sowie Wertewandel mit neue Lebens- und Gesellschaftsmodellen.

Heute Morgen sieht es danach aus, dass die jüngste Teuerungswelle innerhalb des übergeordneten Seitwärtstrends der Ölpreise beendet ist. Öl könnte in den nächsten Tagen wieder günstiger werden. Die Tonne Gasöl kostet 640 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 76,63 Dollar. Der US-Dollar wird zu 78,56 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise zeigen momentan Stillstand. Die Chance auf sinkende Werte scheint sich wieder zu eröffnen. Dabei handelt es sich um den abwärts gerichteten Teil im Wellengefüge eines Seitwärtstrends. Der Dollar erweist sich nicht mehr als Gegner fallender Heizölpreise. Er könnte sogar zum Antreiber einer verbraucherfreundlichen Entwicklung werden. Große Preisnachlässe stehen nach unserer Einschätzung allerdings nicht auf dem Programm. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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